Die sechs Säulen des Glaubens

Die sechs Säulen des Glaubens

Glaube an Allah, den Mächtigen Majestätischen


Was der Glaube an Allah, den Mächtigen und Majestätischen bedeutet:

Die feste Überzeugung von der Existenz Allahs, des Erhabenen sowie die Bestätigung der Einzigkeit in Seinen göttlichen Handlungen, in Seinem alleinigem Recht auf Anbetung und in Seinen Namen und Eigenschaften.

Diese vier Angelegenheiten werden wir nun detailliert behandeln.




 

Die natürliche Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat:


Die Bestätigung der Existenz Allahs, des Erhabenen ist eine Angelegenheit, die bereits in der natürlichen Veranlagung eines Menschen verankert ist. Man braucht sich also nicht sonderlich anzustrengen, um die Existenz Allahs zu beweisen. Aus diesem Grund sind die meisten Menschen – ungeachtet ihrer Religion oder Glaubensrichtung – davon überzeugt, dass es Gott gibt.

Wir fühlen aus der Tiefe unserer Herzen, dass es Ihn gibt. Aufgrund unserer gläubigen Veranlagung in uns wenden wir uns sofort an Ihn, sobald wir uns in großer Bedrängnis oder in einer Notlage befinden. Ebenso hat Allah in jedem Menschen ein inneres Bedürfnis nach Religiosität eingebaut. Auch wenn einige Menschen versuchen, dieses Bedürfnis zu unterdrücken oder zu ignorieren.

Wir alle sehen und hören tagtäglich, dass Bittrufe erhört, Bittenden gegeben und Menschen aus einer Notlage gerettet wurden. All das ist ein deutlicher Beweis, dass es Ihn, den Erhabenen gibt.


Die Beweise für die Existenz Allahs sind zu offensichtlich und zu zahlreich, als dass sie alle erwähnt oder gezählt werden könnten. Jedoch führen wir im Folgenden nur einige Beweise an:


  • Es ist wohl jedem Menschen bekannt, dass alles, was zu existieren beginnt, eine Ursache für seine Existenz haben muss. So müssen die vielen Geschöpfe, die wir zu jeder Zeit sehen, einen Schöpfer haben, Der sie hat entstehen lassen. Und dieser Schöpfer ist Allah, der Mächtige und Majestätische. Es ist unmöglich, dass es ein Geschöpf ohne Schöpfer gibt. Auch kann sich ein Geschöpf nicht von selbst erschaffen. Denn etwas, was erschaffen wurde, kann sich nicht selbst erschaffen haben. Das bestätigte Allah, der Erhabene, als Er sagte: Oder sind sie etwa aus dem Nichts erschaffen worden, oder sind sie (gar) selbst die Schöpfer? (Sure 52 aṭ-Ṭūr Vers 35) Die Bedeutung des Verses: Die Menschen sind gewiss nicht ohne einen Schöpfer erschaffen worden. Auch waren es nicht sie selbst, die sich selbst erschaffen haben. Deshalb muss Derjenige, Der sie erschaffen hat, Allah, der Schöpfer aller Dinge gewesen sein.
  • Die bestehende Einheit und die Ordnung des gesamten Universums, in dem Himmel, Sonne, Sterne, Bäume usw. im harmonischen Einklang stehen, ist ein unbestreitbarer Beweis dafür, dass dieses Universum einen einzigen Schöpfer haben muss. Und das ist Allah, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, Der sagte: (Das ist) das Werk Allahs, Der alles (auf der Welt) gut angeordnet hat. (Sure 27 an-Naml Vers 88) 

So befinden sich z.B. die Planeten und Sterne in einem perfekten System, in dem ein Gleichgewicht ohne Schwankungen vorherrscht. Jeder Planet hat seine eigene Umlaufbahn, die er weder überschreitet noch verlässt.

Allah, der Erhabene sagte: Weder ziemt es der Sonne, den Mond einzuholen, noch wird die Nacht dem Tag zuvorkommen; alle laufen in einer (jeweils eigenen) Umlaufbahn. (Sure 36 Yā-Sīn Vers 40)


Der Mensch selbst ist der größte Beweis für die Existenz Allahs. Dazu braucht er nur genau nachsinnen, nachdenken und hinsehen, womit Allah ihn an reichen Gnadengaben ausgestattet hat, wie etwa mit dem Verstand, den fein konstruierten und exakten Sinnesorganen und der beispiellosen Ordnung und Vollkommenheit der menschlichen Gestalt. Allah, der Erhabene sagte: Und auf der Erde gibt es Zeichen für die Überzeugten und (auch) in euch selbst. Seht ihr denn nicht? (Sure 51 aḏ-Ḏāriyāt Vers 20-21)



 

Was der Glaube an die Einzigkeit Allahs, in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen bedeutet:


Es bedeutet die Bestätigung und die feste Überzeugung, dass Allah der Herr und Herrscher über alle Dinge ist, dass Er der Schöpfer und der Versorger ist; Derjenige, Der lebendig macht und sterben lässt, Der Vorteil gebende und Der Schaden zufügende, Derjenige, Der die Entscheidung über alle Angelegenheit hat, Derjenige, in Dessen Hand das Gute ist und Der Macht über alle Dinge hat. Hierbei hat Er keinen Teilhaber.


Der Glaube an die Einzigkeit Allahs, in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen bedeutet also Allahs göttliche Handlungen einzig und allein Ihm zuzuschreiben. Dies erreicht man, indem man den Glauben an folgende Grundsätze verinnerlicht:


Allah ist der einzige Schöpfer, Der alles im Universum erschaffen hat, und außer Ihm gibt es keinen anderen Schöpfer. Allah, der Erhabene sagte: Allah ist der Schöpfer von allem. (Sure 39 az-Zumar Vers 62)

Was der Mensch „erschaffen“ oder „entstehen“ ließ, ist nur eine Umwandlung einer Materie in eine andere, eine Zusammensetzung oder Konstruktion usw. Es ist aber keine echte Schöpfung, bei der etwas aus dem Nichts hervorgebracht oder vom Tod zum Leben wiedererweckt wurde.


Allah ist der Versorger aller Geschöpfe; es gibt keinen anderen Versorger außer Ihm. Allah, der Erhabene sagte: Und es gibt kein Tier auf der Erde, ohne dass Allah sein Unterhalt obläge. (Sure 11 Hūd Vers 6)


Allah ist der Herrscher über alles; es gibt keinen wahren Herrscher außer Ihm. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Allah gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde und das, was in ihnen ist … (Sure 5 al-Māʾida Vers 120)


Allah ist Derjenige, Der alle Dinge lenkt und leitet. Es gibt niemanden, Der das Geschehen lenkt und regelt, außer Allah. Der Erhabene sagte: Er regelt, die Angelegenheit vom Himmel bis zur Erde. (Sure 32 as-Saǧda Vers 5)

Was jedoch das Regeln und das Lenken der Geschicke des Menschen durch sich selbst angeht, so verhält es sich wie folgt: Der Mensch kann seine Angelegenheiten und sein Leben nicht auf eine uneingeschränkte Weise regeln und ordnen, sondern muss sich nach dem richten, was in seiner Macht liegt, was er besitzt und wozu er fähig ist. Vielleicht ist er mit der Weise, wie er seine Angelegenheiten regelt, erfolgreich und vielleicht auch erfolglos. Doch wenn der allmächtige Schöpfer, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, die Angelegenheiten regelt, so tut Er das auf eine allumfassende und perfekte Weise. Die Angelegenheiten, die Er regelt, erfolgen gewiss, es gibt nichts, was Ihn daran hindern oder Ihm widersprechen könnte. So sagt Allah, der Erhabene: Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. (Sure 7 al-Aʿrāf Vers 54)



> Bild einer Ameise, die ein Blatt trägt:Und es gibt kein Tier auf der Erde, ohne dass Allah sein Unterhalt obläge. (Sure 11 Hūd Vers 6)


Die arabishen Götzendiener glabter an die Einzigkeit Allahs in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen


So bestätigten die Ungläubigen zu Lebzeiten des Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm), dass Allah der einzige Schöpfer, der Herrscher und Derjenige ist, Der alle Dinge lenkt und leitet. Allah, der Erhabene sagte: Und wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen hat, sagen sie ganz gewiss: «Allah.» (Sure 31 Luqmān Vers 25)

Wer bestätigt, dass Allah der Herr der gesamten Schöpfung ist – d. h. ihr Erschaffer, ihr Besitzer und Derjenige, Der sie durch Seine Gnadengaben erzieht – der muss zwangsläufig an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung glauben. Und er muss verinnerlichen, dass jede Form von Anbetung einzig Allah gewidmet werden darf, ohne Ihm hierbei einen Teilhaber beizugesellen.

Wie kann es sein, dass ein Mensch bestätigt, dass Allah der Schöpfer von allem ist und dass Allah Derjenige ist, Der alles in diesem Universum lenkt und leitet und dass Allah Derjenige ist, Der lebendig macht und sterben lässt – und nach all dem trotzdem einen Teil seiner Anbetung an jemanden anderen außer Allah richtet!?! Das ist wahrlich die schlimmste Art von Ungerechtigkeit und die größte Sünde überhaupt! Aus diesem Grund sagte der weise Luqmān zu seinem Sohn, als er ihn ermahnen und belehren wollte: «O mein lieber Sohn, geselle Allah nicht(s) bei, denn Beigesellung ist fürwahr ein gewaltiges Unrecht.» (Sure 31 Luqmān Vers 13)

Und als der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) gefragt wurde, was bei Allah als die größte aller Sünden angesehen wird, antwortete er: „Dass du Allah andere als Seinesgleichen zur Seite stellst, obwohl Er dich erschaffen hat.“ (Buḫārī Hadith Nr. 4207 und Muslim Hadith Nr. 86)

Vollkommene Ruhe findet das Herz durch den Glauben an die Einzigkeit Allahs in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen:


Einen großen Lohn wird jeder Diener Allahs erhalten, der mit Gewissheit davon überzeugt ist, dass niemand von der gesamten Schöpfung es vermag, sich Allahs Bestimmung zu entziehen. Denn Allah ist der Herr aller Geschöpfe, Der alle Dinge lenkt und leitet, wie Er will, und entsprechend Seiner Allweisheit beschließt. Und Allah ist ihr aller Erschaffer; und alles, was außer Allah existiert, ist etwas, was hervorgebracht wurde, etwas, was bedürftig ist und seinen erhabenen Schöpfer braucht. Und jede Angelegenheit ist ganz und gar in Allahs Entscheidung. So gibt es keinen anderen Schöpfer außer Ihm, und keinen anderen Versorger außer Ihm, und keinen Lenker der Geschehnisse im Universum außer Ihm, und kein Atom bewegt sich außer mit Seiner Erlaubnis, und kein anderes Atom bleibt stehen außer mit Seinem Befehl. Wer diesen Glauben verinnerlicht, der wird damit belohnt, dass sein Herz einzig mit Allah verbunden ist. Dieses Herz will nur Ihn bitten. Es erkennt, wie sehr es auf Allah angewiesen ist und Ihn braucht. Demzufolge vertraut der Muslim in allen Angelegenheiten seines Lebens auf Allah. Wer diesen Glauben verinnerlicht, der begegnet Schwankungen des Lebens mit positiver Energie und bewundernswerter Ausdauer. Er reagiert auf solche Schwankungen mit Ruhe, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Denn er weiß, dass er – solange er alle ihm verfügbaren Mittel eingesetzt hat, um ein bestimmtes Ziel im Leben zu erreichen, und außerdem Allah um die Verwirklichung dieses Zieles gebeten hat – damit seine Pflicht erfüllt hat. Ja, in diesem Augenblick fühlt er die innere Seelenruhe und er hat nicht den Drang, gierig auf das zu schauen, was andere besitzen, da er weiß, dass in Wirklichkeit doch alles in Allahs Händen liegt. Allah erschafft, was Er will und Er ist es, Der letztendlich auswählt.

> Vollkommene Ruhe findet das Herz durch den Glauben an die Einzigkeit Allahs in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen. 

 

Was der Glaube an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung bedeutet:


Es bedeutet die feste Überzeugung, dass einzig Allah das Recht auf alle Arten von gottesdienstlichen Handlungen besitzt, seien diese sichtbar oder verborgen. Nur für Allah dürfen alle Arten und Formen von gottesdienstlichen Handlungen gewidmet werden, wie z.B. Bittgebete, Angst, Vertrauen, Hilfegesuch, rituelles Gebet, soziale Abgabe, Fasten usw. Demgemäß gibt es niemanden, der rechtmäßig anbetungswürdig ist, außer Allah. Der Erhabene sagte: Euer Gott ist ein Einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen. (Sure 2 al-Baqara Vers 163)

Hiermit teilte uns Allah, der Erhabene mit, dass es nur einen einzigen zu Recht anbetungswürdigen Gott gibt, und das ist Allah. Deshalb ist es nicht erlaubt, sich einen anderen Gott zu nehmen, außer Ihm. Und genauso ist es nicht erlaubt, einem anderen zu dienen, außer Ihm.

> Der Glaube an die Einzigkeit Allahs und Seine alleinige Anbetung ist die wahre Bedeutung der Glaubensbezeugung: „Es gibt keinen zu Recht anbetungswürdigen Gott außer Allah.“


Gründe, weshalb der Glaube an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung äußerst wichtig ist:


Es gibt viele Aspekte, weshalb der Glaube an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung so enorm wichtig ist.

1

Er ist der Sinn, weshalb die Dschinn und die Menschen erschaffen worden sind. So wurden sie nur aus dem Grund erschaffen, um einzig Allah zu dienen, ohne Ihm hierbei einen Teilhaber beizugesellen. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie (einzig und allein) Mir dienen. (Sure 51 aḏ-Ḏāriyāt Vers 56)

2

Er war der Grund für die Entsendung der Gesandten (Allahs Friede auf ihnen) und für die Herabsendung der Offenbarungsschriften. Die Menschen sollten bestätigen, dass Allah der einzig rechtmäßig Anbetungswürdige ist und dass alles, was außer Ihm angebetet wird, abzulehnen ist. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: «Dient Allah und meidet die falschen Götter!» (Sure 16 an-Naḥl Vers 36)

3

Er ist die erste Plicht für alle Menschen. Als der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) den Gefährten Muʿāḏ ibn Ǧabal (Allahs Wohlgefallen auf ihm) in den Jemen entsandte, um den Islam zu verkünden, gab er ihm folgenden Rat: „Du gehst zu einem Volk der Schrift. Das Erste, wozu du sie aufforderst, ist zu bezeugen, dass es keinen zu Recht anbetungswürdigen Gott außer Allah gibt.“ (Buḫārī Nr. 1389 und Muslim Nr. 19)

Das heißt: Rufe sie dazu auf, jede Art von gottesdienstlichen Handlungen einzig Allah zu widmen!

4

Der Glaube an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung ist die wahre Bedeutung der Glaubensbezeugung: „lā ilāha illallāh“. Das Wort „ilāh“ bedeutet „der Angebetete“. So gibt es keinen rechtmäßig Anbetungswürdigen, außer Allah. Alle Arten von Gottesdiensten dürfen an niemand anderen außer an Ihn gerichtet werden.

5

Der Glaube an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung ist die logische Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass Allah der Schöpfer, der Herrscher und Derjenige ist, der alle Dinge lenkt und leitet.



 

Es bedeutet, an die Namen und Eigenschaften zu glauben, die uns Allah in Seinem Buch oder der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) in seiner Sunna mitteilten, und zwar auf einer Weise, wie es Allah, dem Erhabenen gebührt.

Allah, Preis sei Ihm, hat die schönsten Namen und vollkommensten Eigenschaften. Nichts und niemand ist Ihm in Seinen Namen und Eigenschaften gleich. Allah, der Erhabene sagte: Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende. (Sure 42 aš-Šūrā Vers 11)

Bei all Seinen Namen und Eigenschaften ist Allah frei davon, irgendeinem Seiner Geschöpfe ähnlich zu sein.


Zu den Namen Allahs, des Erhabenen gehören:


Allah, der Erhabene sagte: dem Allerbarmer, dem Barmherzigen (Sure 1 al-Fātiḥa Vers 3)

Allah, der Erhabene sagte: und Er ist der Allhörende und Allsehende. (Sure 42 aš-Šūrā Vers 11)

Allah, der Erhabene sagte: Und Er ist der Allmächtige und Allweise. (Sure 31 Luqmān Vers 9)

Allah, der Erhabene sagte: Allah – es gibt keinen zu Recht anbetungswürdigen Gott außer Ihm, dem Lebendigen und Beständigen. (Sure 2 al-Baqara Vers 255)

Allah, der Erhabene sagte: (Alles) Lob gebührt Allah, dem Herrn der Weltbewohner (Sure 1 al-Fātiḥa Vers 2)



Durch den Glauben an Allahs Namen und Eigenschaften erzielt man folgenden großen Gewinn:


1

Man lernt hierdurch Allah, den Erhabenen besser kennen. Wer den Glauben an Allahs Namen und Eigenschaften verinnerlicht, dessen Kenntnis über Allah nimmt zu und dessen Glaubensstärke und Gewissheit steigen. Auch der Glaube an die Einheit Allahs verfestigt sich. Und wer Allahs Namen und Eigenschaften kennt, dessen Herz wird mit der Verherrlichung Allahs, mit der Liebe zu Allah und der Unterwerfung gegenüber Allah, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, erfüllt.

2

Man lernt, Allah mit Seinen Namen und Eigenschaften zu loben, was zu den vorzüglichsten Arten des Gedenken Allahs gehört. Allah, der Erhabene sagte: O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken! (Sure 33 al-Aḥzāb Vers 41)

3

Außerdem lernt man, Allah mit Seinen Namen und Eigenschaften anzurufen und zu bitten. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Allahs sind die schönsten Namen; so ruft Ihn damit an … (Sure 7 al-Aʿrāf Vers 180)

Ein Beispiel hierfür ist, dass man ruft: O Allah, Du bist der Versorger, so versorge mich! O Allah, Du bist der Reue-Annehmende, so nimm meine Reue an! O Allah, Du bist der Barmherzige, so sei mir barmherzig!






> Was bedeutet Gottesdienst?


Gottesdienst oder gottesdienstliche Handlung umfasst alles, was Allah liebt und zufriedenstellt, seien es Worte oder Taten, die Er den Menschen befohlen oder empfohlen hat. Dazu zählen sowohl die sichtbaren Handlungen, wie z.B. das Gebet, die soziale Abgabe usw. als auch die verborgenen Handlungen wie die Liebe zu Allah und Seinem Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm), die Angst vor Allah, das Vertrauen auf Allah, das Hilfegesuch an Allah usw.



Gottesdienst in allen Bereichen des Lebens:



Der Gottesdienst umfasst alle Handlungen eines Gläubigen, sofern er beabsichtigt, dadurch Allah nahe zu kommen. Der Gottesdienst im Islam ist nicht auf einige bekannte religiöse Riten beschränkt, wie z.B. das Gebet, das Fasten usw. Im Islam werden alle nützlichen Taten, die mit einer rechtschaffenen und reinen Absicht vollbracht wurden, als Gottesdienst gezählt, für die man hoch belohnt wird. Wenn ein Muslim isst, trinkt oder schläft, wobei er die Absicht hat, sich dadurch für eine gottgefällige Tat zu stärken, so wird er dafür belohnt. Deshalb lebt der Muslim sein gesamtes Leben für Allah. Wenn er isst, dann tut er das, um zu Kräften zu kommen, damit er Taten ausführen kann, womit er Allah gegenüber Gehorsam leistet. Sein Einnehmen der Mahlzeit ist aufgrund dieser Absicht zu einem Gottesdienst geworden. Wenn der Muslim heiratet und dabei beabsichtigt, keusch zu bleiben und sich dadurch vor Verbotenem zu schützen, dann wird ihm die Heirat als Gottesdienst gezählt. Mit solch einer Absicht wird jedem Muslim, der Handel treibt, seinen Beruf ausübt, Geld verdient, sich Wissen aneignet, einen Abschluss anstrebt, Forschung betreibt, wissenschaftliche Entdeckungen und Erfindungen macht, diese Handlung als Gottesdienst gutgeschrieben. Und dass sich die Frau um ihren Ehemann, ihre Kinder und ihr Haus kümmert, wird ihr ebenso als Gottesdienst angerechnet. Das gilt für jeden Bereich ihres Lebens, für alles, was sie tut. Das gilt auch für ihre wertvollen Aufgaben und sie betreffende Angelegenheiten, solange sie eine rechtschaffene und reine Absicht hat.

> Alle Handlungen, die man mit einer rechtschaffenen Absicht ausführt, zählen als Gottesdienst, für die der Mensch von Allah belohnt wird.



Der Gottesdienst ist die Weisheit, weshalb Allah alles Existierende erschuf:



Allah, der Erhabene sagte: Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie (einzig und allein) Mir dienen. Ich will weder von ihnen irgendeine Versorgung, noch will Ich, dass sie Mir zu essen geben. Gewiss, Allah ist der Versorger, der Besitzer von Kraft und der Feste. (Sure 51 aḏ-Ḏāriyāt Vers 56-58)

Allah, Preis sei Ihm, teilte uns mit, dass die Weisheit, die hinter der Erschaffung von Dschinn und Menschen steckt, ihr Verrichten von gottesdienstlichen Handlungen für Allah ist. Allah ist auf ihren Gottesdienst nicht angewiesen, sondern sie, die Menschen und die Dschinn, sind auf Allahs Gottesdienst angewiesen, weil sie Allah brauchen.

Wenn der Mensch dieses edle Ziel vernachlässigt und sich den weltlichen Genüssen hingibt, ohne an die göttliche Weisheit zu denken, weshalb er eigentlich erschaffen worden ist, so wird aus diesem großartigem Geschöpf etwas, was sich nicht viel von anderen Lebewesen dieses Planeten unterscheidet. Denn auch Tiere essen, trinken und vergnügen sich. Im Jenseits werden sie aber nicht zur Rechenschaft gezogen werden – ganz im Gegensatz zum Menschen. Allah, der Erhabene sagte: Diejenigen aber, die ungläubig sind, genießen und essen (im Diesseits), wie das Vieh frisst; das (Höllen)feuer wird ein Aufenthaltsort für sie sein. (Sure 47 Muḥammad Vers 12) In ihren Handlungen und ihren Zielen sind sie den Tieren sehr ähnlich. Allerdings werden sie ihren Lohn für ihr Tun erhalten, weil sie einen Verstand besitzen, den sie, im Gegensatz zu den Tieren, nutzen und mit dem sie begreifen können.



Säulen des Gottesdienstes:



Der Gottesdienst, der uns von Allah auferlegt wurde, hat zwei wichtige Fundamente.

Das erste Fundament: Vollkommene Demut und Angst.

Das zweite Fundament: Die vollkommene Liebe zu Allah, Preis sei Ihm.

Der Gottesdienst, der uns von Allah auferlegt wurde, muss von vollkommener Demut und Unterwerfung gegenüber Allah und von Angst vor Ihm erfüllt sein. Gleichzeitig muss der Gottesdienst aus vollkommener und unübertrefflicher Liebe sowie aus Begehren und Hoffnung bestehen.

Demgemäß ist Liebe, die nicht von Angst oder Unterwerfung begleitet wird – wie etwa die Liebe zum Essen oder zum Geld, kein Gottesdienst. Genauso gilt Angst ohne Liebe – wie etwa die Angst vor einem Raubtier oder einem ungerechten Herrscher – nicht als Gottesdienst. Werden Angst und Liebe in einer Handlung miteinander vereint, dann handelt es sich um Gottesdienst. Und Gottesdienst darf einzig für Allah verrichtet werden.

> Damit ein Gottesdienst gültig ist, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Die aufrichtige Absicht für Allah, den Erhabenen und die Übereinstimmung der Handlung mit der Sunna Seines Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm).



Voraussetzungen des Gottesdienstes:



  • Damit ein Gottesdienst überhaupt gültig ist und angenommen wird, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden.
    • 1

      Die aufrichtige Absicht, den Gottesdienst einzig für Allah zu verrichten, ohne Ihm hierbei einen Teilhaber beizugesellen.

    • 2

      Die Übereinstimmung mit der Sunna und das Befolgen der Sunna des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm).

Allah, der Erhabene sagte : Aber nein! Wer sich Allah völlig hingibt und dabei Gutes tut, dessen Lohn steht für ihn bei seinem Herrn. Und sie soll keine Furcht überkommen, noch sollen sie traurig sein. (Sure 2 al-Baqara Vers 112)
Mit „sich Allah völlig hingibt“ ist gemeint, dass man den Glauben an die Einzigkeit Allahs erfüllt, indem man seine gottesdienstlichen Handlungen einzig an Allah richtet.



Die Übereinstimmung mit der Sunna des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gilt nur für rein gottesdienstliche Handlungen, wie das Gebet, das Fasten, das Gedenken Allahs usw. Was aber unter dem allgemeinen Begriff Gottesdienst fällt, wie Gewohnheiten und Handlungen, bei denen der Diener eine gute Absicht fasst, um dafür den Lohn von Allah zu erhalten, wie etwa Sport treiben, um sich dadurch für eine gottgefällige Tat zu stärken, so muss diese Handlung nicht unbedingt mit der Sunna übereinstimmen. Es reicht vollkommen, wenn man dabei nicht gegen islamische Vorschriften verstößt und keine Sünde begeht.

> Die Beigesellung


  • Das Beigesellen eines anderen neben Allah steht völlig im Widerspruch zum Glauben an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung. Wenn also der Glaube an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung und die Überzeugung, dass nur an Ihn allein der Gottesdienst gerichtet werden darf, die größten und wichtigsten aller Pflichten sind, so ist für Allah die Beigesellung die größte und schlimmste aller Sünden. Die Beigesellung ist die einzige Sünde, die Allah nicht vergibt, außer wenn man sich Allah reuevoll zuwendet. Allah, der Erhabene sagte: 

    Allah vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 48)

    Als der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) gefragt wurde, was bei Allah als die größte aller Sünden angesehen wird, antwortete er: „Dass du Allah andere als Seinesgleichen zur Seite stellst, obwohl Er dich erschaffen hat.“ (Buḫārī Hadith Nr. 4207 und Muslim Hadith Nr. 86)

  • Die Beigesellung zerstört alle erbrachten gottgefälligen Taten und macht sie ungültig. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Wenn sie (Ihm) aber (andere) beigesellt hätten, wäre für sie wahrlich hinfällig geworden, was sie zu tun pflegten. (Sure 6 al-Anʿām Vers 88)

    Wer Beigesellung begeht, der wird ins Höllenfeuer kommen und auf ewig darin bleiben. Allah, der Erhabene sagte: Wer Allah (etwas) beigesellt, dem verbietet fürwahr Allah das Paradies, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein. (Sure 5 al-Māʾida Vers 72)



Es gibt zwei Arten von Beigesellung: Die große und die kleine Beigesellung


  1. Die große Beigesellung (širk akbar): Wenn ein Mensch einen der Gottesdienste für jemand anderen außer Allah verrichtet. Jedes Wort und jede Tat, die Allah liebt und die für Ihn gesprochen bzw. ausgeführt wurde, gehört zum reinen Monotheismus und zum wahren Glauben. Jedes Wort und jede Tat, die Allah liebt und die nicht für Allah, sondern für andere außer Ihm gesprochen bzw. ausgeführt wurde, gehört zur Beigesellung und zum Unglauben.

    Ein Beispiel für diese Beigesellung: Ein Mensch bittet jemand anderen außer Allah um Hilfe und richtet an ihn ein Bittgebet, damit er seine Krankheit heilt oder seinen Reichtum mehrt. Genauso gilt, wenn man auf jemand anderen vertraut als auf Allah oder sich für jemand anderen niederwirft als für Allah.

    Allah, der Erhabene sagte: Euer Herr sagt: „Ruft Mich an, so erhöre Ich euch!“ (Sure 40 Ġāfir Vers 60)

    Und der Erhabene sagte: Und vertraut auf Allah, wenn ihr Gläubige seid!» (Sure 5 al-Māʾida Vers 23)

    Auch sagte Er: Werft euch doch vor Allah nieder und dient (Ihm)! (Sure 53 an-Naǧm Vers 62)

    Wer also eine gottesdienstliche Handlung für jemand anderen außer Allah ausführt, der ist ein Beigeseller (mušrik) und somit ein Ungläubiger.

  2. Die kleine Beigesellung (širk -asġar): Jedes Wort und jede Tat, das ein Mittel und ein Weg zur großen Beigesellung ist.

    Ein Beispiel hierfür ist Augendienerei, sofern sie geringfügig ist: Ein Muslim betet manchmal sehr lange, weil er damit bezweckt, von den Menschen gesehen und bewundert zu werden. Oder ein Muslim, der manchmal den Koran absichtlich laut rezitiert oder gut hörbar Allahs gedenkt, damit andere Menschen ihn hören und loben. Deshalb sagte der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Das meiste, was mir Angst um euch macht, ist die kleine (Art der) Beigesellung. Darauf fragte man ihn: „Was ist ist die kleine (Art der) Beigesellung, o Gesandter Allahs?“ Er antwortete: „Es ist die Augendienerei.“ (Aḥmad Hadith Nr. 23630)

    Wenn aber eine Person den Gottesdienst grundsätzlich nur aus Augendienerei verrichtet und weder beten noch fasten würde, wenn die Menschen nicht da wären, dann ist er definitiv ein Heuchler. Das gehört sogar zur großen Beigesellung, die zum Ausschluss aus dem Islam führt.



Gehört es zur Beigesellung Menschen um Hilfe zu bitten?



Der Islam kam, um den Verstand der Menschen von Aberglauben sowie Lügengeschichten und vor allem den Menschen selbst von der Unterwerfung gegenüber anderen außer Allah zu befreien.

Demnach ist es absolut verboten, einen Toten oder eine leblose Materie um Hilfe zu bitten und sich an sie in Unterwürfigkeit und Hingabe zu wenden. Das gehört zum Aberglauben und ist Beigesellung.

Anders verhält es sich, wenn man einen lebenden und anwesenden Menschen bittet, ob er bei einer Sache behilflich sein kann, zu der er auch tatsächlich imstande ist. Zum Beispiel einen Menschen um eine Hilfeleistung zu bitten oder einen Schwimmenden vor dem Ertrinken zu retten. Ebenso ist es erlaubt, einen Muslim darum zu bitten, ein Bittgebet für dich an Allah zu richten. All das ist erlaubt.


  • Ist das Fragen und Bitten einer leblosen Materie oder eines Toten eine Beigesellung Allahs?
    • Ja

      Das ist Beigesellung (širk) und widerspricht gänzlich dem Islam und den Glaubensgrundsätzen. Denn Gegenstände und Tote können weder den Bittruf hören noch die Bitte erfüllen. Der Bittruf ist ein Gottesdienst. Und den Bittruf an jemand anderen als an Allah zu wenden, ist Beigesellung. Die Araber, die zur Zeit des Propheten lebten, haben Allah andere Götter beigesellt. Ihre Beigesellung bestand darin, Gegenstände und Tote anzurufen.

    • Nein

      Von einem Lebenden, der deine Worte und dein Anliegen hören kann, etwas zu bitten oder zu verlangen, ist keine Beigesellung. Ist er überhaupt in der Lage, dir zu helfen und dein Anliegen zu erfüllen? Wenn du beispielsweise eine Person darum bittest, dir bei einer Sache behilflich zu sein, besitzt sie denn überhaupt die Fähigkeit, um dir dabei zu helfen?

      • Ja

        Diese Bitte ist eine erlaubte Angelegenheit. Sie ist ein Teil der zwischenmenschlichen Beziehungen und des sozialen Verhaltens, die alltäglich vorkommen.

      • Nein

        Von einem Lebenden etwas zu verlangen, zu dem er nicht imstande ist und wozu er nicht fähig ist, gehört zur großen Beigesellung Allahs. Wenn beispielsweise eine unfruchtbare Person, die keine Kinder bekommen kann, zu einem Lebenden geht und ihn darum bittet, sie mit rechtschaffenen Kindern zu versorgen, handelt es sich um große Beigesellung. Diese Handlung widerspricht vollkommen dem Islam, weil es eine Bitte ist, die an jemand anderen außer Allah gerichtet wurde.

 > Einen lebendigen Anwesenden um eine Angelegenheit zu bitten, zu der er imstande ist, gehört zu den zwischenmenschlichen Beziehungen und sozialen Verhalten, die alltäglich vorkommen und erlaubt sind.



Die höchsten Stufen des Glaubens


Die höchsten Stufen des Glaubens:



Der Glaube hat Stufen. Der Glaube eines Muslims nimmt in dem Maße ab, wie er unachtsam ist und in Sünden verfällt. Dagegen steigt sein Glaube, wann immer sich sein Gehorsam, seine Gottesdienste und Ehrfurcht vor Allah vermehren.

Die höchste Stufe des Glaubens wird im Islam „al-Iḥsān“ genannt, d.h. etwas auf die beste Weise zu tun. Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat uns diese Stufe definiert, indem er sagte:

„Es ist, dass du Allah dienst, als ob du Ihn sehen würdest, und wenn du Ihn auch nicht siehst, so sieht Er dich gewiss.“ (Buḫārī Hadith Nr. 50 und Muslim Hadith Nr. 8)

So sollst du, während du im Gebet stehst oder sitzt, während du ernst bist oder Spaß machst, d.h. immer und in jeder Situation daran denken, dass Allah dich beobachtet und zu dir schaut. Also widersetz dich Ihm nicht, während du weißt, dass Er dich sieht, und lass dich nicht von Angst und Hoffnungslosigkeit überwältigen, obwohl du weißt, dass Er mit dir ist! Wie kannst du dich nur einsam fühlen, obwohl du durch die Bittgebete und durch die rituellen Gebete ein vertrauensvolles Gespräch mit Ihm führst?! Wie kannst du dir selbst einreden, eine Sünde begehen zu wollen, obwohl du mit Gewissheit weißt, dass Er deine innersten Geheimnisse und dein Offenkundiges genau kennt?! Wenn du auf Abwege geraten bist und einen Fehler begangen hast, aber es dann bereust und Allah um Vergebung bittest, so wird Allah deine Reue annehmen.


Durch den Glauben an Allah, den Erhabenen erzielt man folgenden großen Gewinn


Durch den Glauben an Allah, den Erhabenen erzielt man folgenden großen Gewinn:


1

Allah wendet von den Gläubigen jedes Unheil ab, errettet sie aus ihrer Not und schützt sie vor der List der Feinde. Allah, der Erhabene sagte: Gewiss, Allah verteidigt diejenigen, die glauben. (Sure 22 al-Ḥaǧǧ Vers 38)

2

Der Glaube ist die Ursache für ein schönes, glückseliges und fröhliches Leben. Allah, der Erhabene sagte: Wer rechtschaffen handelt, sei es Mann oder Frau, und dabei gläubig ist, den werden Wir ganz gewiss ein gutes Leben leben lassen. (Sure 16 an-Naḥl Vers 97)

3

Der Glaube reinigt die Seelen von Aberglauben. Wer wahrhaftig an Allah, den Erhabenen glaubt, der macht alles nur von Allah abhängig, denn Er ist der Herr aller Geschöpfe und Er ist der einzig wahre Anbetungswürdige. Es gibt niemanden, der das Recht auf Gottesdienst besitzt, außer Allah. So darf man sich nicht vor einem Geschöpf fürchten oder sein Herz an irgendeinen Menschen binden und von ihm abhängig machen. Und hierdurch befreit man sich von Aberglauben und falschen Vorstellungen.

4

Die größte Wirkung, die sich aus dem Glauben an Allah ergibt, ist das Wohlgefallen Allahs zu erreichen und ins Paradies eintreten zu dürfen, wo der Muslim in beständiger Wonne leben und in den Genuss der vollständigen Barmherzigkeit Allahs kommen wird.


Der Glaube an die Engel



Was der Glaube an die Engel bedeutet:



Es bedeutet die feste Überzeugung, dass es Engel gibt. Sie gehören zu den verborgenen Wesen und unterscheiden sich von den Menschen und den Dschinn. Engel sind edle und gottesfürchtige Diener Allahs. Sie dienen Allah auf die beste und vollkommenste Weise, wie man Ihm nur dienen kann. Sie führen die Aufgaben, die Allah ihnen zugewiesen hat, aus, und widersetzen sich Allah niemals.

Allah, der Erhabene sagte: Nein! Vielmehr sind es geehrte Diener. Sie kommen Ihm im Reden nicht zuvor, und nur nach Seinem Befehl handeln sie. (Sure 21 al-Anbiyāʾ Vers 26-27)

Der Glaube an die Engel gehört zu den sechs Säulen des Glaubens. Allah, der Erhabene sagte: Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten. (Sure 2 al-Baqara Vers 285)

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte über den Glauben: „Es ist, dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, mit ihrem Guten und ihrem Schlechten.“ (Muslim Hadith Nr. 8)



Was beinhaltet der Glaube an die Engel?



1

Der Glaube an ihre Existenz: Wir glauben, dass sie Allahs Geschöpfe sind, die wirklich vorhanden sind. Allah schuf sie aus Licht. Sie wurden auf eine Weise erschaffen, sodass sie permanent Gottesdienste verrichten und Ihm Gehorsam leisten.

2

Der Glaube an die Engel, deren Namen uns mitgeteilt wurden, wie z.B. Gabriel (Ǧibrīl), Allahs Friede auf ihm. Was aber jene Engel betrifft, deren Namen wir nicht kennen; so glauben wir an sie im Allgemeinen, ohne in Details zu gehen.

3

Glaube an Eigenschaften, der Engel die uns mitgeteilt wurden. Dazu gehören:


• dass sie zu den ungesehenen, verborgenen Wesen gehören und als Allahs Diener geschaffen wurden, die Ihm ständig und unermüdlich dienen.

dass sie keinerlei göttliche oder anbetungswürdige Eigenschaften besitzen, sondern nur ergebene Diener Allahs, sind, die sich Seinem Gehorsam völlig unterworfen haben. Allah, Preis sei Ihm, sagte über sie: Engel, die sich Allah nicht widersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird. (Sure 66 at-Taḥrīm Vers 6)


• dass sie aus Licht erschaffen wurden, wie der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) uns mitteilte: „Die Engel wurden aus Licht erschaffen.“ (Muslim Hadith Nr. 2996)


• dass sie Flügel haben. Allah, der Erhabene berichtete uns, dass Er die Engel mit Flügeln ausstattete und dass die Anzahl der Flügel unterschiedlich ist. Allah, Preis sei Ihm, sagte: (Alles) Lob gebührt Allah, dem Erschaffer der Himmel und der Erde, Der die Engel zu Gesandten gemacht hat mit Flügeln, (je) zwei, drei und vier! Er fügt der Schöpfung hinzu, was Er will. Gewiss, Allah hat zu allem die Macht. (Sure 35 Fāṭir Vers 1)


4

Der Glaube an das, was uns von ihren Aufgaben mitgeteilt wurde, die sie mit Allahs Anweisung ausführen. Dazu gehören:


• der Engel, der von Allah beauftragt wurde, um Allahs Offenbarung an Seine Gesandten (Allahs Friede auf ihnen) zu überbringen. Dieser Engel ist Gabriel (Ǧibrīl), Allahs Friede auf ihm.


• der Engel, der von Allah beauftragt wurde, um die Seelen zu nehmen. Dieser Engel ist der Todesengel und seine Helfer


• die Engel, die von Allah beauftragt wurden, um die Taten der Menschen, ob gute oder schlechte, aufzuschreiben. Das sind die edlen Aufzeichnenden.



Durch den Glauben an die Engel erzielt man folgenden großen Gewinn:


Ein Gläubiger, der den Glauben an die Engel verinnerlicht, erhält in seinem Leben einen großartigen Gewinn. Dazu gehört:

1

Er erfährt etwas über die unvorstellbare Größe und Kraft Allahs und Seiner vollkommenen Allmacht. Denn die Größe eines Geschöpfes deutet automatisch auf die gewaltige Größe des Schöpfers hin. Hierdurch empfindet der Gläubige noch mehr Verehrung für Allah und verherrlicht Ihn, denn Er war es, Der die Engel aus Licht erschuf und sie mit Flügeln ausstattete.

2

Er hält am geradlinigen Weg von Allahs Gehorsam fest. Denn wer den Glauben verinnerlicht, dass es Engel gibt, die all seine Taten aufschreiben, der wird Allah fürchten und sich darum bemühen, sich Ihm nicht zu widersetzen, weder offenkundig noch heimlich. 

3

Er gewinnt an Ausdauer und Geduld, um standhaft in Allahs Gehorsam zu beharren. Und der Gläubige empfindet ein Gefühl von Vertrautheit und innere Ruhe, weil er davon überzeugt ist, dass in diesem riesigen Universum Tausende von Engeln existieren, die ebenso Allah Gehorsam leisten, und zwar auf die beste und vollkommenste Weise. 

4

Er dankt Allah, dem Erhabenen dafür, dass Er für den Menschen gesorgt hat, indem Er spezielle Engel erschuf, die Er damit beauftragt hat, die Menschen zu bewahren und zu schützen.

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) berichtete, dass der Himmel von seinen Bewohnern überfüllt ist. Es gibt in den Himmeln keine Handbreit Platz, der nicht von einem Engel ausgefüllt wird, der sich vor Allah verbeugt oder niederwirft.


Der Glaube an die Bücher



Was der Glaube an die Bücher bedeutet:



Es bedeutet die feste Überzeugung, dass Allah Bücher auf Seine Gesandten herabgesandt hat, die zur Rechtleitung Seiner Diener bestimmt waren. Diese Bücher enthalten die Worte Allahs, die Er in Wirklichkeit sprach, und zwar auf eine Weise, die Ihm, dem Erhabenen gebührt.

Der Glaube an die Bücher ist einer der Säulen des Glaubens. Allah, Preis sei Ihm, sagte: O die ihr glaubt, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und das Buch, das Er Seinem Gesandten offenbart und die Schrift, die Er zuvor herabgesandt hat! (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 136)

Hiermit befahl Allah, an Seinen Gesandten und an das Buch zu glauben, das Er Seinem Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt hat, und dieses Buch ist der Koran. Außerdem befahl Allah, an die anderen Bücher zu glauben, die Er vor dem Koran herabgesandt hatte.

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) über den Glauben: „Es ist, dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, mit ihrem Guten und ihrem Schlechten.“ (Muslim Hadith Nr. 8)

Mit einer präzisen Technik des Schönschreibens wird der Heilige Koran per Hand geschrieben.




Was beinhaltet der Glaube an die Bücher?



1

Der Glaube daran, dass die Bücher wahrhaftig von Allah herabgesandt wurden.

2

Der Glaube daran, dass sie die Worte Allahs sind, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er.

3

Der Glaube an die Bücher, die uns Allah namentlich nannte; wie den edlen Koran, der auf unseren Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt wurde und die Thora, die auf Moses (Mūsā), Allahs Friede auf ihm, herabgesandt wurde und das Evangelium, das auf Jesus (ʿĪsā), Allahs Friede auf ihm, herabgesandt wurde.

4

Der Glaube an alle wahren Aussagen und Nachrichten, die in den Büchern enthalten sind.





Vorzüge und Besonderheiten des edlen Korans:



Der edle Koran ist das Wort Allahs, des Erhabenen. Er wurde auf unseren geliebten Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt. Deshalb ehrt der Gläubige dieses heilige Buch so sehr in seinem Herzen und ist bemüht, sich bestmöglich an die in ihm enthaltenen Vorschriften zu halten, den Koran regelmäßig zu rezitieren und über seine Verse nachzusinnen.Der Koran ist unser Wegweiser, der uns in dieser Welt auf dem geraden Pfad führt und er ist die Ursache, damit wir im Jenseits zu den Gewinnern zählen werden. Allein diese beiden Vorzüge reichen vollkommen aus.


Der edle Koran hat zahlreiche und vielseitige Vorzüge und Besonderheiten, die im Vergleich zu den übrigen Offenbarungsschriften nur dem Koran vorbehalten sind. Dazu gehören:

1

Der edle Koran enthält eine Zusammenfassung der göttlichen Gebote und kam als Bekräftigung und Bestätigung für das, was in den früheren Offenbarungsschriften als oberstes Gebot geschrieben stand: „Dient einzig Allah!“

Allah, der Erhabene sagte: Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war, und als Wächter darüber. (Sure 5 al-Māʾida Vers 48)

Die Worte Allahs, des Erhabenen, „das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war“, bedeuten Folgendes: Der Koran bestätigt das, was in den früheren Büchern an Glaubenslehren und Nachrichten geschrieben stand. Und die Worte Allahs, des Erhabenen „… und als Wächter darüber“ bedeuten Folgendes: Der Koran ist der vertrauensvolle Verwalter und der Zeuge über die früheren Bücher.

2

Es ist die Pflicht für alle Menschen, ungeachtet ihrer Sprache und ihrer Abstammung, sich an den Koran zu halten und nach ihm zu handeln. Denn der Koran ist, obwohl er vor längerer Zeit herabgesandt wurde, für jeden Menschen und für alle Ewigkeit gültig. Dagegen richteten sich die früher herabgesandten Bücher an bestimmte Völker und waren auf eine gewisse Zeit beschränkt. Allah, der Erhabene sagte: Und dieser Koran ist mir eingegeben worden, damit ich euch und (jeden), den er erreicht, mit ihm warne. (Sure 6 al-Anʿām Vers 19)

3

Allah, der Erhabene versprach, dass Er den edlen Koran vor jeglicher Veränderung durch Menschenhand bewahren wird. Eine Verfälschung des Korans war nicht und wird niemals möglich sein. Allah, der Erhabene sagte: Gewiss, Wir sind es, die Wir die Ermahnung offenbart haben, und Wir werden wahrlich ihr Hüter sein. (Sure 15 al-Ḥiǧr Vers 9)

Demzufolge sind alle die in ihm enthaltenen Nachrichten wahr und müssen verinnerlicht werden.



Was sind unsere Pflichten gegenüber dem edlen Koran?
  • Die Liebe, die Verehrung und die Hochschätzung des Korans sind Pflichten, die jeder von uns erfüllen muss. Denn der Koran ist das Wort des gewaltigen Schöpfers, des Mächtigen und Majestätischen. Seine Worte sind die Wahrhaftigsten und Vorzüglichsten.
  • Es ist unsere Pflicht, den edlen Koran regelmäßig zu rezitieren, über seine Verse und Suren nachzusinnen. Demgemäß sollen wir über die Ermahnungen des Korans nachdenken und uns mit den in ihm enthaltenen Nachrichten und Geschichten auseinandersetzen. Wir sollen unser Leben anhand des edlen Korans messen, damit wir sehen, was richtig und was falsch ist.
  • Außerdem müssen wir seine Vorschriften befolgen, uns an seine Gebote halten, seine Verhaltensregeln beachten und sie als Lebensweise wählen.

Als ʿĀʾiša (Allahs Wohlgefallen auf ihr) nach dem Charakter des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gefragt wurde, antwortete sie: „Sein Charakter war der Koran!“ (Aḥmad Hadith Nr. 24601 und Muslim Hadith Nr. 746)

Der Hadith bedeutet, dass Allahs Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) in seinem Leben und in seinen Handlungen stets das lebendige Beispiel für die praktische Umsetzung der Vorschriften und Gesetze des Korans gewesen ist. Dem Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gelang es, in seinem Leben die Rechtleitung des Korans auf die vollkommenste Weise umzusetzen. Deshalb ist er das beste Vorbild für uns alle, wie Allah es Selbst bestätigte, indem Er sagte: Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. (Sure 33 al-Aḥzāb Vers 21)




Wie denken Muslime über die früheren Offenbarungsschriften?



Der Muslim glaubt fest daran, dass die ursprüngliche Thora, die auf Moses (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde, und das ursprüngliche Evangelium, das auf Jesus (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde, die Wahrheit von Allah, dem Erhabenen sind. Diese beiden Bücher enthielten Vorschriften, Ermahnungen und Nachrichten, in denen Rechtleitung und Licht für das diesseitige und jenseitige Leben der Menschen waren.

Allah, der Erhabene hat uns jedoch im edlen Koran mitgeteilt, dass die Leute der Schrift, d. h. die Juden und die Christen, ihre Offenbarungsschriften damals verfälschten. Sie fügten einiges hinzu und nahmen wiederum einiges heraus, sodass ihr Buch nicht mehr so blieb, wie es Allah ursprünglich herabgesandt hatte.

Die Thora, wie sie heutzutage besteht, ist nicht die Thora, die einst auf Moses (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde, weil früher die Juden sie verfälschten, veränderten und viele Vorschriften manipulierten. Allah, der Erhabene sagte: Unter denjenigen, die dem Judentum angehören, verdrehen manche den Sinn der Worte. (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 46)

Gleiches gilt für das Evangelium. Das Evangelium, wie es heutzutage besteht, ist nicht das Evangelium, das einst auf Jesus (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde. Denn auch die Christen veränderten viele Vorschriften, die damals darin enthalten waren. Allah, der Erhabene sagte über die Christen: Und wahrlich, eine Gruppe von ihnen verdreht mit seinen Zungen die Schrift, damit ihr es für zur Schrift gehörig haltet, während es nicht zur Schrift gehört.

Und sie sagen: «Es ist von Allah», während es nicht von Allah ist. Und sie sprechen (damit) wissentlich eine Lüge gegen Allah aus. (Sure 3 Āli-ʿImrān Vers 78)

Und der Erhabene sagte: Und (auch) mit denen, die sagen «Wir sind Christen», haben Wir ihr Abkommen getroffen. Aber dann vergaßen sie einen Teil von dem, womit sie ermahnt worden waren. So erregten Wir unter ihnen Feindschaft und Hass bis zum Tag der Auferstehung. Und Allah wird ihnen kundtun, was sie zu machen pflegten. (Sure 5 al-Māʾida Vers 14)

Deswegen sehen wir leider, dass das Buch, das die Leute der Schrift heutzutage in ihren Händen halten und es „Bibel“ nennen, und das aus Evangelium und Thora besteht, voll von falschen Glaubenslehren, entstellten Nachrichten und Lügengeschichten ist. Wir Muslime glauben deshalb nur an diejenigen Inhalte in den früheren Offenbarungsbüchern, die der edle Koran oder die authentische Sunna bestätigt haben. Und wir verleugnen alle Inhalte, die der Koran und die Sunna als Lüge bezeichnet haben. Über alle übrigen Inhalte, über die wir nicht Bescheid wissen, schweigen wir. Wir glauben weder daran noch verleugnen wir sie.

Trotzdem ist es dem Muslim eine Pflicht, diese Offenbarungsbücher zu respektieren, sie nicht geringzuschätzen oder sie zu beschmutzen. In diesen Büchern könnte noch ein Rest von den wahren Worten Allahs enthalten sein, der nicht verfälscht wurde.

Der Muslim glaubt, dass die Thora und das Evangelium von Allah herabgesandt wurden, aber später mehrfach durch Menschenhand verändert und verfälscht wurden. Deshalb glauben wir nur an die darin enthaltenen Angelegenheiten, die mit dem Koran und der Sunna übereinstimmen.


Durch den Glauben an die Bücher erzielt man folgenden großen Gewinn:


Ein Gläubiger, der den Glauben an die Bücher verinnerlicht, erhält einen großartigen Gewinn. Davon möchten wir Folgende erwähnen:

1

Die Erkenntnis, dass Allah, der Erhabene für Seine Diener gesorgt hat und dass Allahs Barmherzigkeit vollkommen und unendlich ist. Er sandte zu jedem Volk ein Buch, durch das Er sie rechtleitet, damit sie im Diesseits und im Jenseits Glückseligkeit erreichen.

2

Die Erkenntnis, dass Allah, der Erhabene in Seiner Gesetzgebung Allweise ist. Er legte für jedes Volk nur die Gesetze fest, die seinen Umständen und seiner Person angemessen waren. Allah, der Erhabene sagte: Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt. (Sure 5 al-Māʾida Vers 48)

3

Dankbarkeit gegenüber Allah für die Gnadengabe, die Er durch das Herabsenden dieser Bücher erwies. Diese Bücher sind ein Licht und eine Rechtleitung im Diesseits und Jenseits. Daher müssen wir Allah für diese großen Gnadengaben dankbar sein.




Der Glaube an die Gesandten



Die Menschen brauchen die göttliche Botschaft:



Die Menschen benötigen die göttliche Botschaft, die ihnen die Gesetzgebung erklärt und ihnen aufzeigt, was richtig ist. Die göttliche Botschaft ist der Geist, das Licht und das Leben dieser Welt. Welchen geregelten Zustand hätte wohl diese Welt ohne Geist, ohne Leben und ohne Licht?

Aus diesem Grund nannte Allah Seine Botschaft als Seele bzw. Geist. Wenn es keinen Geist gibt, so gibt es auch kein Leben. Allah, der Erhabene sagte: Und ebenso haben Wir dir Geist von Unserem Befehl (als Offenbarung) eingegeben. Du wusstest (vorher) weder, was das Buch noch was der Glaube ist; doch haben Wir es zu einem Licht gemacht, mit dem Wir rechtleiten, wen Wir wollen von Unseren Dienern. (Sure 42 ašŠūrā Vers 52)

Obwohl der menschliche Verstand im Allgemeinen das Gute vom Bösen unterscheiden kann, so ist er dennoch nicht fähig, ihre Details und Einzelheiten zu kennen. Des Weiteren kann er nicht wissen, wie er einen Gottesdienst verrichten soll, außer durch Offenbarung und göttliche Botschaft.

Es gibt somit keinen anderen Weg der Glückseligkeit und des Erfolges im Diesseits und Jenseits außer den Weg, den uns die Gesandten aufgezeigt haben. Und es gibt keinen anderen Weg, um auf exakte Weise das Gute vom Schlechten zu erkennen, außer durch die Gesandten. Wer sich jedoch von der göttlichen Botschaft abwendet, der wird gewiss von Planlosigkeit und Verwirrung, von Kummer und Sorgen und von Not und Elend geplagt werden, und zwar in dem Maße, wie man der göttlichen Botschaft entgegenhandelt oder sich von ihr abkehrt.




Der Glaube an die Gesandten ist eine Säule des Glaubens:



Der Glaube an die Gesandten ist eine der sechs Säulen des Glaubens. Allah, Preis sei Ihm, sagte im edlen Koran: Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. (Sure 2 al-Baqara Vers 285)

Dieser Vers deutet darauf hin, dass es eine unabdingbare Pflicht ist, an alle Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihnen allen) zu glauben, ohne im Glauben an sie einen Unterschied zu machen. So gehören wir nicht zu denjenigen, die an einige Gesandte glauben und andere verleugnen, wie es die Juden und Christen tun.

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte über den wahren Glauben: Es ist, dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, mit ihrem Guten und ihrem Schlechten. (Muslim Hadith Nr. 8)





Was der Glaube an die Gesandten bedeutet:



Es bedeutet, fest davon überzeugt zu sein, dass Allah in jeder Gemeinschaft einen Gesandten aus ihrer Mitte erweckte, der sie zur alleinigen Anbetung Allahs aufrief, ohne Ihm einen Teilhaber beizugesellen. Es bedeutet ebenfalls daran zu glauben, dass alle Gesandten wahrhaftig, glaubwürdig, gottesfürchtig und vertrauenswürdig waren. Sie waren Menschen, die andere rechtleiteten und selbst rechtgeleitet waren. Es bedeutet, daran zu glauben, dass alle Gesandten die Botschaft, mit der sie Allah beauftragte, komplett und korrekt übermittelten. So haben sie von sich aus nicht einmal einen einzigen Buchstaben hinzugefügt oder ausgelassen. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Jedoch sind die Gesandten für irgendetwas außer für die deutliche Verkündigung (der Botschaft) verantwortlich? (Sure 16 an-Naḥl Vers 35)






Was beinhaltet der Glaube an die Gesandten?



1

Der Glaube daran, dass ihre Botschaft die Wahrheit von Allah, dem Erhabenen ist. Und dass alle Gesandten ein und dieselbe Botschaft hatten, die darin bestand, einzig und allein Allah anzubeten, ohne Ihm einen Teilhaber beizugesellen. Das bestätigte Allah, Preis sei Ihm, indem Er sagte: Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt (der da sprach): «Dient Allah und meidet die falschen Götter!» (Sure 16 an-Naḥl Vers 36)

Es war durchaus möglich, dass es Teilgebiete in den Gesetzgebungen der Propheten gab, die sich voneinander unterschieden. So galt bei einem Volk eine Sache als erlaubt und bei einem anderen wiederum als verboten, was ihren Umständen entsprechend angemessen war. Allah, der Erhabene sagte: Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt. (Sure 5 al-Māʾida Vers 48)

2

Der Glaube an alle Gesandten und Propheten Allahs. So glauben wir an alle uns namentlich bekannten Propheten, die Allah uns mitteilte, wie z.B. Muḥammad, Ibrāhīm (Abraham), Mūsā (Moses), ʿĪsā (Jesus), Nūḥ (Noah) u. a. (Allahs Segen und Friede auf ihnen allen). Was aber jene Propheten betrifft, deren Namen wir nicht kennen, so glauben wir an sie im Allgemeinen, ohne in Details zu gehen. Wer auch nur einen Gesandten verleugnet, der verleugnet zwangsläufig alle.

3

Der Glaube an die wahren Geschichten und Wundertaten der Gesandten, die uns im Koran und in der Sunna berichtet worden sind; z.B. die Geschichte, wie Allah für Moses das Meer geteilt hat.

4

Das Handeln nach der Gesetzgebung des Gesandten, den Allah zu uns schickte. Dieser Gesandte ist der vorzüglichste und der letzte von ihnen. Es ist der Gesandte Gottes Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm).


Einige Eigenschaften der Gesandten:
1

Zu den Eigenschaften der Gesandten gehört, dass sie normale Menschen sind. Der Unterschied, der zwischen ihnen und anderen Menschen besteht, ist der, dass Allah sie mit der Offenbarung und der göttlichen Botschaft auszeichnete. Allah, der Erhabene sagte: Und Wir haben vor dir nur Männer gesandt, denen Wir (Offenbarungen) eingaben. (Sure 21 al-Anbiyāʾ Vers 7)

Sie besitzen also keinerlei göttliche oder anbetungswürdige Eigenschaften, sondern sind Menschen. Sie erreichten die menschliche Vollkommenheit im Äußeren, im Inneren und in ihren beispielhaften Charaktereigenschaften. Die Gesandten haben von den Menschen die beste Abstammung. Ihnen wurde ein scharfer Verstand und sprachliche Ausdrucksfähigkeit gegeben, wodurch sie besonders geeignet waren, die verantwortungsvolle Aufgabe der göttlichen Botschaft zu erfüllen und die große Last zu tragen, die das Prophetentum mit sich brachte.

Allah, der Erhabene erwählte nur deswegen Menschen als Gesandte, damit die Völker Vorbilder bekamen, die genau wie sie nur Menschen waren. Somit ist das Befolgen und Nachahmen des Gesandten eine Angelegenheit, die in den Kräften und Möglichkeiten jedes Menschen steht.

2

Allah, der Mächtige und Majestätische wählte sie für die Verkündung Seiner Botschaft aus. Und Er zeichnete sie vor allen Menschen mit der Offenbarung aus. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Sag: Gewiss, ich bin ja nur ein menschliches Wesen gleich euch; mir wird (als Offenbarung) eingegeben, dass euer Gott ein Einziger Gott ist. (Sure 18 al-Kahf Vers 110)

Die Stellung eines Propheten oder eines Gesandten ist weder durch seelische Reinigung noch durch Intelligenz oder logischen Verstand erworben worden, sondern ist ausschließlich eine göttliche Auswahl. Allah, der Erhabene hat von allen Menschen die Gesandten ausgesucht und ausgewählt. Allah, der Erhabene sagte: Allah weiß sehr wohl, wo Er Seine Botschaft anbringt. (Sure 6 al-Anʿām Vers 124)

3 Die Gesandten sind in Bezug auf die Überbringung und Übermittlung der Botschaft Allahs unfehlbar. Das heißt, dass sie keine Fehler begehen, wenn sie eine Angelegenheit über Allah übermitteln. Und sie begehen ebenfalls keine Fehler in der Ausführung eines Befehls, den ihnen Allah offenbart hat.
4 Wahrhaftigkeit: Die Gesandten (Allahs Friede auf ihnen) sind in ihren Worten und Taten wahrhaftig und ehrlich. Allah, der Erhabene sagte: Das ist, was der Allerbarmer versprochen hat, und die Gesandten haben die Wahrheit gesagt.» (Sure 36 Yā-Sīn Vers 52)
5 Geduld: Die Gesandten riefen zu Allah und kamen als Bringer froher Botschaft und als Warner. Deshalb mussten sie viel Leid ertragen und verschiedene Arten und Formen von Unterdrückung hinnehmen. Doch sie hielten durch und ertrugen alles geduldig, damit das Wort Allahs an höchster Stelle steht. Allah, der Erhabene sagte: Sei nun standhaft, wie diejenigen der Gesandten, die Entschlossenheit besaßen, standhaft waren! (Sure 46 Aḥqāf Vers 35)



Die Zeichen und Wundertaten der Gesandten:



Allah, der Erhabene unterstützte Seine Gesandten (Allahs Friede auf ihnen) mit Beweisen und Belegen, die ihre Wahrhaftigkeit und ihr wahres Prophetentum erkennen ließen. Er stattete sie mit deutlichen Wundertaten und Zeichen aus, zu denen Menschen nicht fähig sind. Dies tat der Erhabene, um den Menschen zu zeigen, dass die Gesandten die Wahrheit sagten und es wahre Propheten gewesen sind.

Mit Wundertaten oder Wunderzeichen sind übernatürliche Phänomene gemeint, die Allah, der Erhabene durch Seine Propheten und Gesandten auf eine Weise vollbringt, wozu Menschen nicht in der Lage sind etwas Gleiches hervorzubringen.

Zu diesen Wunderzeichen gehören:

  • Der Stab vom Propheten Moses (Mūsā), Allahs Friede auf ihm, wurde in eine Schlange verwandelt.
  • Der Prophet Jesus (ʿĪsā), Allahs Friede auf ihm, hat seinem Volk mitgeteilt, welche Speise es zu Hause gegessen hatte und was in ihren Häusern aufbewahrt ist.
  • Der Mond wurde für den Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) in zwei Teile gespalten.



Was Muslime über Jesus (Allahs Frieden auf ihm) glauben:



1

Wir glauben, dass er zu den größten und bedeutendsten Gesandten überhaupt gehört. Diese Gesandten werden „die Gesandten, die Entschlossenheit besaßen“ genannt. Zu ihnen zählen: Muḥammad, Ibrāhīm (Abraham), Nūḥ (Noah), Mūsā (Moses) und ʿĪsā (Jesus), Allahs Segen und Friede auf ihnen allen. Allah, der Erhabene erwähnte sie gemeinsam in einem Vers, als Er sagte: Und (gedenke,) als Wir von den Propheten ihr Versprechen abnahmen, und auch von dir und von Noah, Abraham, Moses und Jesus, dem Sohn der Maria; Wir nahmen ihnen ein festes Versprechen ab. (Sure 33 alAḥzāb Vers 7)

2

Jesus (Allahs Friede auf ihm) war ein Mensch, ein Nachkomme Adams. Allerdings gab ihm Allah, der Erhabene einen besonderen Vorzug und entsandte ihn zu den Kindern Israels und ließ ihn mit Seiner Erlaubnis Wunder vollbringen. Der Prophet Jesus (Allahs Friede auf ihm) besitzt keinerlei göttliche oder anbetungswürdige Eigenschaften. Allah, der Erhabene sagte: Er ist nur ein Diener, dem Wir Gunst erwiesen und den Wir zu einem Beispiel für die Kinder Isra’ils gemacht haben. (Sure 43 az-Zuḫruf Vers 59) 

Allahs Prophet Jesus (Allahs Friede auf ihm) hat seinem Volk niemals befohlen, ihn und seine Mutter als anbetungswürdige Götter neben Allah zu nehmen. Er befahl den Menschen nur das, was Allah ihm zu sagen auferlegt hat. Allah, der Erhabene berichtet über ihn, dass er sprach: Ich habe ihnen nur gesagt, was Du mir befohlen hast (nämlich): „Dient Allah, meinem und eurem Herrn!“ (Sure 5 al-Māʾida Vers 117)

3

Jesus ist der Sohn der Marie (Maryam). Seine Mutter Maria heißt im Arabischen Maryam. Sie war eine rechtschaffene und wahrheitsliebende Frau. Sie gehörte zu denjenigen, die sich Allah demütig ergeben hatten. Maryam war sehr fleißig im Gottesdienst und diente eifrig Allah, ihrem Herrn. Sie war keusch, anständig und eine ehrbare Jungfrau. Allah, der Mächtige und Majestätische bestimmte mit Seiner Allmacht, dass Maryam schwanger wurde, ohne dass ein Mann sie jemals berührte. Allah, der Erhabene erschuf Jesus, den Sohn der Maria (Īsā ibn Maryam), ohne Vater. Somit war seine Geburt ein großes Wunder, das bis heute anhält. Ein ähnliches Wunder hatte Allah bereits zuvor vollbracht, als Er Adam, den ersten Menschen, ohne Vater und ohne Mutter erschaffen hatte. Allah, der Erhabene sagte: Gewiss, das Gleichnis Jesus ist bei Allah wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: «Sei!» und da war er. (Sure 3 Āl-i-ʿImrān Vers 59)

4

Zwischen ʿĪsā und Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf beiden) gab es keinen weiteren Gesandten. Allahs Prophet Jesus hatte seinem Volk angekündigt, dass unser Prophet Muḥammad nach ihm kommen wird. Allah, der Erhabene sagte: Und als Jesus, der Sohn Maryams, sagte: «O Kinder Isra’ils, gewiss, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Aḥmad’. «Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: «Das ist deutliche Zauberei.» (Sure 61 aṣ-Ṣaff Vers 6)

5

Wir glauben an die Wunder, die Allah Seinen Propheten Jesus vollbringen ließ, wie z.B. dass er Blindgeborene und Weißgefleckte heilte, die Toten lebendig machte und seinem Volk verkündete, was es gegessen und was es in ihren Häusern gespeichert hatte. Das alles geschah nur mit Allahs Erlaubnis. Denn dadurch hatte Allah eindeutige Beweise für die Wahrhaftigkeit seines Prophetentums und seiner Gesandtschaft erbracht.

6

Kein Mensch hat den wahren Glauben, bis er verinnerlicht, dass Jesus Allahs Diener und Sein Gesandter ist, und dass Jesus (Allahs Friede auf ihm) frei von jeglichen schlechten Bezeichnungen und falschen Anschuldigungen, mit denen ihn die Juden beschimpften, denn Allah sprach ihn frei von dem, was sie über ihn sagten. Ebenso distanzieren wir uns von der christlichen Glaubenslehre, die im Verständnis über das wahre Wesen von Jesus, dem Sohn der Maria, weit vom richtigen Weg abgeirrt ist. Sie nehmen nämlich Jesus und seine Mutter als zwei anbetungswürdige Götter neben Allah. Einige von ihnen behaupten, er sei der Sohn Gottes. Und andere wiederum behaupten, er sei einer von Dreien. Nichts dergleichen ist wahr! Preis sei Allah und überaus hoch Erhaben ist Er über das, was sie behaupten.

7

Īsā (Allahs Friede auf ihm) wurde weder getötet noch gekreuzigt, sondern er wurde von Allah in den Himmel erhoben. Als die Juden ihn töten wollten, verwandelte Allah eine andere Person in die Gestalt von Jesus. Die Juden kamen, töteten und kreuzigten diese ihm optisch ähnelnde Person, und hielten sie für Jesus (Allahs Friede auf ihm). Allah, der Erhabene sagte: … und dafür, dass sie sagten: «Gewiss, wir haben den Messias Jesus, den Sohn Marias, den Gesandten Allahs getötet.» – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so. Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer dass sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. Allah ist Allmächtig und Allweise. Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird. Und am Tag der Auferstehung wird er über sie Zeuge sein. (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 157-159)

Allah, Preis sei Ihm und Erhabene ist Er, schütze Seinen Propheten Jesus und hob ihn zu Sich in den Himmel empor. Doch in der Endzeit wird Jesus (Allahs Friede auf ihm) auf die Erde zurückkehren und nach der Gesetzgebung des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) richten. Wenn er sein Lebensende erreicht hat, wird er auf der Erde sterben und in der Erde begraben werden. Hierauf wird er am Tage der Auferstehung, wie alle anderen Kinder Adams, wiedererweckt werden. Allah, der Erhabene sagte hierüber: Aus ihr haben Wir euch erschaffen, und in sie bringen Wir euch zurück, und aus ihr bringen Wir euch ein anderes Mal hervor. (Sure 20 Ṭā-Hā Vers 55)

Der Muslim glaubt fest daran, dass Jesus (Allahs Friede auf ihm) zu den größten und bedeutendsten Gesandten überhaupt gehört. Allerdings ist er weder ein anbetungswürdiger Gott noch wurde er getötet oder gekreuzigt.




Der Glaube dass Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) Allahs Prophet und Gesandter ist:



  • Wir glauben fest daran, dass Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) der Diener Allahs und Sein Gesandter ist. Er ist der Vorzüglichste aller Menschen, die es jemals gab oder jemals geben wird. Er ist der letzte und abschließende Prophet, nach dem kein Prophet folgen wird. Er hat Allahs Botschaft getreu übermittelt und die ihm anvertraute Aufgabe auf die beste Weise erfüllt. Er erteilte der Gemeinschaft aufrichtigen Rat und setzte sich für Allahs Sache ein, wie es Ihm gebührt.
  • Wir glauben an alles, was er uns berichtet hat, gehorchen seinen Befehlen und halten uns von den Dingen fern, die er verbot oder heftig missbilligte. Wir dienen Allah nur auf die Weise, die es uns der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) in seiner Sunna gezeigt hat. Wir nehmen ausschließlich ihn zum Vorbild und keinen anderen. Allah, der Erhabene sagte: Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. (Sure 33 al-Aḥzāb Vers 21)
  • Auch muss unsere Liebe zum Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) stärker und intensiver sein, als die Liebe zu den Eltern, zu den Kindern und zu allen Menschen. Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Keiner von euch hat einen (vollkommenen) Glauben erreicht, solange ich ihm nicht lieber bin als sein Vater, sein Kind und die Menschen allesamt.“ (Buḫārī Hadith Nr. 15 und Muslim Hadith Nr. 44) Die aufrichtige Liebe zum Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) beweist man, indem man seine Sunna befolgt und seine Verfahrensweise zum Vorbild nimmt. Wahre Glückseligkeit und vollständige Rechtleitung erreicht man nur, wenn man dem Propheten Gehorsam leistet. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Wenn ihr ihm (aber) gehorcht, seid ihr rechtgeleitet. Und dem Gesandten obliegt nur die deutliche Übermittlung (der Botschaft). (Sure 24 an-Nūr Vers 54)
  • Es ist unsere Pflicht, das anzunehmen, was der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) uns lehrte, seiner Sunna zu fügen und uns nach ihr zu richten. Ebenso sollten wir dafür sorgen, dass seine Lebensweise eine hohe Stellung in unseren Herzen einnimmt und von uns verherrlicht wird. Allah, der Erhabene sagte: Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen. (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 65)
  • Außerdem sollten wir uns davor hüten, sich den Anweisungen des Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) zu widersetzen. Da die Widersetzung seiner Befehle eine Ursache ist, die dazu führen kann, dass der Mensch in Versuchung gerät, auf dem Irrweg landet oder qualvolle Strafe erfährt. Allah, der Erhabene sagte: So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen, dass nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft. (Sure 24 an-Nūr Vers 63)



Besonderheiten, die nur die Botschaft des Propheten Muḥammad aufweist:


Die Botschaft des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat eine große Anzahl von Besonderheiten und Eigentümlichkeiten, die allein ihr vorbehalten ist und wodurch sie sich vor den früheren Botschaften auszeichnet. Dazu gehören:

  • Die Botschaft des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) ist die letzte und abschließende aller früheren Botschaften Gottes. Allah, der Erhabene sagte: Muḥammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern der Gesandte Allahs und der letzte aller Propheten. (Sure 33 al-Aḥzāb Vers 40)
  • Die Botschaft des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) setzt alle früheren außer Kraft und hebt sie auf. Dementsprechend nimmt Allah, der Erhabene von niemanden eine andere Religion an, nachdem der Prophet bereits zu den Menschen entsandt wurde, außer wenn man die Religion des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) wählt. Ebenso wird niemand die Gärten der Wonne betreten, außer er geht den Weg des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm). Denn der Gesandte Muḥammad ist der edelste Gesandte, seine Gemeinschaft ist die beste Gemeinschaft und seine Gesetzgebung ist die vollkommenste Gesetzgebung. Allah, der Erhabene sagte: Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören. (Sure 3 Āl-i-ʿImrān Vers 85)
    Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „(Ich schwöre) bei dem, in dessen Hand meine Seele ist, es gibt keinen von dieser Gemeinschaft, sei es Jude oder Christ, der von mir hört und später stirbt, aber nicht an das geglaubt hat, womit ich gesandt wurde, ohne dass er Bewohner der Hölle sein wird.“ (Muslim Hadith Nr. 153 und Aḥmad Hadith Nr. 8609)

  • Die Botschaft des Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) ist an jeden Dschinn und Menschen gerichtet. Allah, der Erhabene teilte uns im edlen Koran über die Dschinn mit, dass sie, als sie über den Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) erfuhren, Folgendes sagten: O unser Volk, erhört Allahs Rufer… (Sure 46 Aḥqāf Vers 31)
    Und Allah, der Erhabene sagte zu Seinem Gesandten: Und Wir haben dich nur als Bringer froher Botschaft und Warner für alle Menschen entsandt. (Sure 34 Sabaʾ Vers 28)
    Und Allahs Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Ich wurde vor den anderen Propheten mit sechs (Besonderheiten) bevorzugt: Mir wurde die umfassend-präzise Rede gegeben, mir wurde durch Schrecken (in den Herzen der Feinde) zum Sieg verholfen, mir wurde die Kriegsbeute erlaubt, die Erde wurde mir sowohl als Gebetsstätte als auch als Mittel für die (rituelle) Reinigung gemacht, ich wurde zur gesamten Schöpfung entsandt und die Reihe der Propheten wurde mit mir beendet.“ (Buḫārī Hadith Nr. 2815 und Muslim Hadith Nr. 523)




Durch den Glauben an die Gesandten erzielt man folgenden großen Gewinn:


Ein Gläubiger, der den Glauben an die Gesandten verinnerlicht, erhält einen großartigen Gewinn. Davon möchten wir Folgende erwähnen:

1

Man gewinnt das Wissen, wie barmherzig Allah doch ist und dass Er für Seine Diener gesorgt hat, indem Er zu ihnen Gesandte schickte. Er beauftragte sie damit, Seine Diener auf den richtigen Weg zu leiten und ihnen zu zeigen, wie sie Allah dienen sollen. Denn mit bloßem Menschenverstand kann man dies nicht erfassen oder wissen. Allah, der Erhabene sagte über unseren Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm): Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt. (Sure 21 al-Anbiyāʾ Vers 107)

2

Man ist Allah, dem Erhabenen überaus dankbar für diese gewaltige Gnadengabe.

3

Man empfindet tiefe Liebe und Hochachtung für alle Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihnen allen) und lobt sie auf eine angemessene respektvolle Weise. Sie haben den Gottesdienst für Allah, den Erhabenen vorbildhaft verrichtet, Seine Botschaft getreu übermittelt und Seinen Dienern aufrichtigen Rat erteilt.

4

Man befolgt hierdurch dieselbe Botschaft, womit Allah alle Gesandten beauftragte. Die Botschaft bestand einerseits darin, einzig Allah anzubeten, ohne Ihm einen Teilhaber beizugesellen, und andererseits die göttliche Botschaft in die Tat umzusetzen. Auf diese Weise erreichen die Gläubigen Gutes, Rechtleitung und Glückseligkeit in ihrem Leben. Außerdem werden sie gewiss hierfür in beiden Welten, im Diesseits und Jenseits, belohnt werden.

Allah, der Erhabene sagte: Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben führen, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind (zu den anderen) versammeln. (Sure 20 Ṭā-Hā Vers 123-124)


Die Al-Aqṣā-Moschee genießt bei den Muslimen einen besonderen Stellenwert. Nach der Heiligen Moschee in Mekka ist sie die zweite Moschee, die auf der Erde errichtet wurde. Der Prophet Muḥammad betete in der Al-Aqṣā-Moschee. Genauso wie es alle Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihnen allen) vor ihm taten.


Der Glaube an den Jüngsten Tag



Was der Glaube an den Jüngsten Tag bedeutet:



Es bedeutet die feste Überzeugung, dass Allah, der Erhabene alle verstorbenen Menschen aus ihren Gräbern wieder zum Leben erwecken wird. Dann werden sie bei Ihm Rechenschaft ablegen müssen und Er wird sie entsprechend ihrer Taten belohnen. Schließlich werden diejenigen, die ins Feuer kommen und diejenigen, die ins Paradies eintreten, jeweils zu ihrem Aufenthaltsort geführt, wo sie für ewig verbleiben werden.

Der Glaube an den Jüngsten Tag gehört zu den Säulen des Glaubens. Ohne diese Säule ist der Glaube nicht gültig. Allah, der Erhabene sagte: Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt … (Sure 2 al-Baqara Vers 177)



Warum wird der Glaube an den Jüngsten Tag im edlen Koran mit so viel Nachdruck betont?



Der edle Koran hebt immer wieder hervor, dass der Glaube an den Jüngsten Tag von außerordentlicher Wichtigkeit ist. So werden die Menschen bei jeder Gelegenheit darauf hingewiesen und daran erinnert. Der Koran betont nachdrücklich mit allen sprachlichen Mitteln der arabischen Sprache, dass der Jüngste Tag gewiss eintreffen wird. Der Koran verknüpft an vielen Stellen den Glauben an den Jüngsten Tag mit dem Glauben an Allah, dem Mächtigen und Majestätischen.

Denn der Glaube an den Jüngsten Tag ist die notwendige Konsequenz, die sich aus dem Glauben an Allah und Seiner absoluten Gerechtigkeit ergibt. Im Folgenden möchten wir diesen Punkt näher erklären:

Allah, der Erhabene tut kein Unrecht und erlaubt es nicht. Und Er wird die Ungerechten gewiss nicht ungestraft davonkommen lassen. Auch wird Er nicht das Recht derjenigen vergessen, denen Unrecht zugefügt wurde. Diejenigen, die Gutes taten, wird Er sicherlich nicht ohne Lohn oder Entschädigung lassen, sondern Er wird jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat. Wie wir selbst oft sehen, gibt es Menschen, die in diesem Leben großes Unrecht tun und als Ungerechte sterben, ohne dass sie jemand für ihre Taten zur Rechenschaft zieht. Und es gibt wiederum Menschen, die in diesem Leben unterdrückt wurden und als Unterdrückte sterben, ohne dass für sie Gerechtigkeit geübt wurde. Was hat das zu bedeuten, wenn doch Allah kein Unrecht erlaubt? Das bedeutet, dass es ein anderes Leben als dieses geben muss. Es bedeutet, dass es einen anderen Termin geben muss, bei dem derjenige, der Gutes tut, belohnt wird und derjenige, der Schlimmes tut, hierfür bestraft wird. Ja, ein Tag, an dem jeder das bekommt, was er verdient.

Der Islam ermahnt alle Leute, sich vor dem Höllenfeuer zu schützen, indem sie ihren Mitmenschen gütig behandeln und für Bedürftige spenden sollen – und sei es nur eine halbe Dattel.



Was beinhaltet der Glaube an den Jüngsten Tag?



Der Glaube an den Jüngsten Tag beinhaltet mehrere Punkte. Dazu gehören: 

1

Der Glaube an die Auferweckung und die Versammlung: Dies bedeutet, dass Allah die Toten aus ihren Gräbern wieder zum Leben erwecken wird. Er wird die Seelen in ihre Körper zurückkehren lassen. Dann werden alle Menschen vor dem Herrn der Welten stehen. Darauf werden sie alle an einem einzigen Platz versammelt und zusammengebracht, barfüßig und nackt, wie sie zum ersten Mal erschaffen wurden.

Der Glaube an die Wiederauferweckung nach dem Tod ist im Koran und in der Sunna verankert. Außerdem deuten darauf die Vernunft sowie die gesunde, natürliche Veranlagung des Menschen hin. Als Muslime glauben wir mit Gewissheit daran, dass Allah all diejenigen auferwecken wird, die in den Gräbern sind, und dass alle Seelen in ihre Körper zurückkehren werden sowie die Menschen sich für den Herrn der Weltenbewohner aufstellen werden.

Allah, der Erhabene sagte: Hierauf werdet ihr gewiss nach (all) diesem sterben. Hierauf werdet ihr gewiss am Tag der Auferstehung auferweckt werden. (Sure 23 al-Muʾminūn Vers 15-16)

In allen Offenbarungsschriften steht dieses große Ereignis geschrieben. Außerdem ist dieses Geschehnis ein weiterer Beleg für die göttliche Allweisheit. Denn Allah bestimmte, dass die gesamte Schöpfung an einem festgesetzten Termin versammelt werden soll. An diesem Tag wird Er jedem Einzelnen seinen gerechten Lohn für die Pflichten und die Aufgaben geben die ihnen durch Seine Gesandten überbracht wurden. Allah, der Erhabene sagte: Meint ihr denn, dass Wir euch zum sinnlosen Spiel erschaffen hätten und dass ihr nicht zu Uns zurückgebracht würdet? (Sure 23 al-Muʾminūn Vers 115)


Einige Beweise für die Auferweckung aus dem edlen Koran:

  • Allah, der Erhabene war Derjenige, Der die Schöpfung das erste Mal erschaffen hat. Und wer bereits die Macht dazu hat, einmal zu erschaffen, für den ist es ein Leichtes, es ein weiteres Mal zu wiederholen. Allah, der Erhabene sagte: Und Er ist es, Der die Schöpfung am Anfang macht und sie hierauf wiederholt … (Sure 30 ar-Rūm Vers 27)
    Und der Erhabene befahl uns denjenigen, die über die Auferweckung zweifeln und die verleugnen, dass Allah die Knochen der Toten wieder lebendig machen wird, nachdem sie zerfallen sind, Folgendes zu antworten: Sprich: „Er, Der sie das erste Mal erschuf – Er wird sie beleben; denn Er kennt jegliche Schöpfung.“ (Sure 36 Yā-Sīn Vers 79)
  • Man kann manchmal tote Erde beobachten, die leb- und regungslos daliegt, und wo weit und breit kein grüner Baum zu sehen ist. Doch dann fällt Regen auf die Erde, und siehe – sie regt sich wieder, es wird grün, es entsteht Leben und aus der Erde sprießen alle Arten von entzückenden Pflanzenpaaren hervor. Derjenige, Der die Macht besitzt, die Erde lebendig zu machen, nachdem sie tot war, Der kann auch die Toten lebendig machen. Allah, der Erhabene sagte: Und Wir lassen vom Himmel gesegnetes Wasser herabkommen, womit Wir dann Gärten und Korn, das man erntet, wachsen lassen, und Palmen, hochreichend und mit übereinander gereihten Blütenkolben, als Versorgung für die Diener. Und Wir machen damit (manch) totes Land wieder lebendig; so wird auch das Herauskommen (erfolgen). (Sure 50 Qāf Vers 9-11)
  • Jeder vernünftige Mensch weiß, dass derjenige, der etwas Großes und Schwieriges vollbringen kann, selbstverständlich in der Lage ist, einfache Dinge, die viel leichter sind, problemlos zu tun. Wenn man bedenkt, dass Allah, der Erhabene Himmel und Erde in ihrer schönsten Form erschaffen hat und das riesige Universum mit all seinen Himmelskörpern entstehen ließ, wird man sicherlich erkennen, dass es für Allah noch leichter ist, bereits zu Staub zerfallene Knochen, wieder lebendig zu machen. Allah, Preis sei Ihm und Erhabene ist Er, sagte: Hat nicht Derjenige, Der die Himmel und die Erde erschaffen hat, (auch) die Macht, ihresgleichen zu erschaffen? Ja doch! Und Er ist der Allerschaffer und Allwissende. (Sure 36 Yā-Sīn Vers 81)



2

Der Glaube an die Abrechnung und die Waage: Allah, der Erhabene wird alle Geschöpfe für ihre Handlungen und Taten, die sie in ihrem diesseitigen Leben begingen, zur Rechenschaft ziehen. Wer zu denen gehört, die fest an die Einzigkeit Allahs glaubten und Allah und Seinem Gesandten stets Gehorsam leisteten, der wird einer leichten Abrechnung unterzogen. Wer aber zu denen gehört, die Allah andere Gottheiten beigesellten und sich Ihm widersetzten, der wird einer schweren Abrechnung unterzogen. 

An diesem Tag werden die Taten der Menschen auf einer gewaltigen Waage gewogen. Auf die Waagschale werden die guten Taten und auf die andere Waagschale die schlechten Taten gelegt. Derjenige, dessen gute Taten schwerer als seine schlechten Taten wiegen, der gehört zu den Bewohnern des Paradieses. Derjenige aber, dessen schlechte Taten schwerer wiegen als seine guten Taten, der gehört zu den Bewohnern des Höllenfeuers. Und dein Herr tut niemandem Unrecht.

Allah, der Erhabene sagte: Und Wir stellen die gerechten Waagen für den Tag der Auferstehung auf. So wird keiner Seele um irgendetwas Unrecht zugefügt; und wäre es auch das Gewicht eines Senfkorns, Wir bringen es bei. Und Wir genügen als Berechner. (Sure 21 al-Anbiyāʾ Vers 47)

3

Der Glaube an das Paradies und das Höllenfeuer: Das Paradies ist die Wohnstätte der beständigen Wonne, die Allah für diejenigen vorbereitet hat, die den Glauben an Ihn verinnerlicht haben, gottesfürchtig sind und Allah und Seinem Gesandten gegenüber gehorsam waren. Im Paradies existiert jede Art von Genuss und Freude – für alle Ewigkeit. Ja, im Paradies gibt es alles, was die Seele begehrt und das Auge erfreut, und noch weit mehr.

Der Erhabene spornt Seine Diener im edlen Koran an, sich damit zu beeilen, Gehorsamshandlungen auszuführen, um ins Paradies einzutreten, dessen Breite die Himmel und die Erde umfasst.

Allah, der Erhabene sagte: Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet. (Sure 3 Āl-i-ʿImrān Vers 133)

Was aber das Höllenfeuer betrifft, so ist es die Wohnstätte der ewigen Strafe. Allah hat das Höllenfeuer für die Ungläubigen vorbereitet, die Allah verleugnet und sich Seinen Gesandten widersetzt haben. Im Höllenfeuer gibt es alle Arten von Bestrafungen, Schmerzen und massiven Vergeltungen, die sich kein Mensch vorstellen kann.

Allah, Preis sei Ihm, warnt Seine Diener vor dem Höllenfeuer, das Er für die Ungläubigen vorbereitet hat. Er sagte: … dann hütet euch vor dem (Höllen)feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind. Es ist für die Ungläubigen bereitet. (Sure 2 al-Baqara Vers 24)

O Allah, wir bitten Dich um das Paradies und um alle Worte und Taten, die uns ihm näher bringen. Und wir suchen bei Dir Zuflucht vor dem Höllenfeuer und vor allen Worten und Taten, die uns dorthin näher bringen.

4

Der Glaube an die Bestrafung und die Glückseligkeit im Grab: Wir glauben fest daran, dass der Tod wahr ist und uns alle ereilen wird. Allah, der Erhabene sagte: Sag: Abberufen wird euch der Engel des Todes, der mit euch betraut ist, hierauf werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht. (Sure 32 as-Saǧda Vers 11)

Der Tod ist eine klare Angelegenheit, worüber kein Zweifel besteht. Wir glauben, dass jeder, der auf natürliche Weise gestorben oder getötet oder auf irgendeine Weise ums Leben kam, zu einem Zeitpunkt starb, der für ihn bereits bestimmt gewesen ist, ohne dass seine Lebenszeit verkürzt wurde. Allah, der Erhabene sagte: Und wenn nun ihre Frist kommt, können sie (sie) weder um eine Stunde hinausschieben noch sie vorverlegen. (Sure 7 al-Aʿrāf Vers 34)

• Wer stirbt, dessen Auferstehung ist angebrochen und der ist zur Wohnstatt des Jenseits umgezogen.

• Es wurden viele Hadithe vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) authentisch überliefert, die belegen, dass die Ungläubigen und Sünder im Grab bestraft und die Gläubigen und Rechtschaffenen im Grab belohnt werden. Daran glauben wir fest. Was wir jedoch nicht tun dürfen, ist: über die Art und Weise der Geschehnisse im Grab zu rätseln und zu philosophieren. Denn der menschliche Verstand ist nicht in der Lage, deren Art und Weise oder die Wirklichkeit zu erfassen. Dieses Ereignis ist keine Angelegenheit, die zum Wissen über das Sichtbare und Offenbare gehört, das wahrgenommen werden kann. Vielmehr gehört diese Angelegenheit zum Wissen über das Verborgene, das nur Allah vorbehalten ist. Hierzu zählt ebenfalls beispielweise das Wissen über das Paradies und das Höllenfeuer. Es versteht sich von selbst, dass der Verstand nur dann einen Vergleich anstellen, eine Messung vornehmen, eine Schlussfolgerung ziehen und sich ein Urteil bilden kann, wenn er in der diesseitigen, wahrnehmbaren Welt etwas Ähnliches bereits kennengelernt hat und über dessen physikalisches Gesetz Bescheid weiß.

• Ebenso gehören die Geschehnisse, die sich im Grab ereignen, zum Wissen über das Verborgene, das nicht durch Sinneswahrnehmung erfasst werden kann. Wenn es möglich gewesen wäre, dies durch unsere Sinnesorgane wahrzunehmen, dann hätte der Glaube an das Verborgene keinen tiefen Sinn, und dann hätte die Weisheit, weshalb uns Pflichten auferlegt wurden, keinen Wert. Außerdem würde man verstorbene Menschen bei der Bestattung nicht mehr ins Grab legen wollen. Aus diesem Grund sagte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm): „Und wäre es nicht so, dass ihr eure Toten nicht mehr begraben würdet, würde ich Allah darum bitten, euch von der Strafe im Grab hören zu lassen, was ich höre.“ (Muslim Hadith Nr. 2868 und Nasāʾī Hadith Nr. 2058) Da die Tiere von dieser Weisheit ausgeschlossen sind, können sie die Strafe im Grab hören und wahrnehmen.



Durch den Glauben an den Jüngsten Tag erzielt man folgenden großen Gewinn:


1

Der Glaube an den Jüngsten Tag hat eine große Auswirkung auf die Lebenseinstellung des Menschen, auf seine Bereitwilligkeit, beständig rechtschaffene Taten zu verrichten sowie auf seine Gottesfurcht gegenüber Allah, dem Mächtigen und Majestätischen. Außerdem hält ihn der Glaube an den Jüngsten Tag vor Egoismus und Augendienerei fern.

Deshalb werden in vielen Koranversen der Glaube an den Jüngsten Tag und das Verrichten von rechtschaffenen Taten miteinander verknüpft. Beispielsweise in folgenden Versen: Allah, der Erhabene sagte: Wahrlich, der allein vermag die Erhaltung der Moscheen Allahs vorzunehmen, der an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt … (Sure 9 at-Tauba Vers 18)

Ebenso sagte der Erhabene: Diejenigen, die an das Jenseits glauben, glauben (auch) daran, und sie halten ihr Gebet ein. (Sure 6 al-Anʿām Vers 92)

2

Der Glaube an den Jüngsten Tag rüttelt die Unachtsamen wach. Er ermahnt diejenigen Menschen, die nicht in guten Taten wetteifern und die verbliebene Zeit dafür nutzen, um Allah durch das Verrichten von Gehorsamshandlungen näher zu kommen, sondern stattdessen durch das weltliche Leben und seinen Genüssen abgelenkt sind. Der Glaube an den Jüngsten Tag erinnert die Menschen an das wahre Wesen des Lebens; daran, dass das diesseitige Leben kurz und vergänglich ist und nur das jenseitige Leben von ewiger Dauer sein wird.

Als Allah, der Erhabene im edlen Koran Seine Gesandten würdigte, erwähnte Er lobend den Grund, der sie dazu veranlasste, solche große und vorzügliche Taten zu vollbringen. Der Erhabene sagte: Wir erwählten sie durch eine besondere Eigenschaft aus, mit dem Gedenken an die (jenseitige) Wohnstätte. (Sure 38 Ṣād Vers 46)

Das bedeutet: Der Grund dafür war, weshalb sie diese vorzüglichen und rechtschaffenen Taten vollbrachten, dass sie sich stets an die jenseitige Wohnstätte erinnerten und sie vor Augen hielten. Das Gedenken der jenseitigen Wohnstätte bewegte sie dazu, diese vorbildlichen Handlungen zu verrichten und schwere Situationen zu meistern.

Und als einige Muslime nur langsam und träge eine Anweisung befolgten, die Allah und Sein Gesandter erteilt hatten, ermahnte sie Allah, der Erhabene im heiligen Koran. Allah sagte: Seid ihr etwa zufrieden mit dem diesseitigen Leben anstelle des Jenseits?! Die Freuden und Gebrauchsgüter des diesseitigen Lebens sind neben dem Jenseits sicherlich unbedeutend. (Sure 9 at-Tauba Vers 38)

Wenn ein Mensch an den Jüngsten Tag glaubt, so ist er davon überzeugt, dass jede Wonne im Diesseits nicht mit der Wonne im Jenseits vergleichbar ist. Auch das gesamte diesseitige Leben ist es nicht wert, dass man hierfür auch nur einmal in das Höllenfeuer getaucht wird. Und jede Strafe im Diesseits, die man um Allahs willen erträgt, ist nicht vergleichbar mit der Strafe des Jenseits. Auch die Strafe im Diesseits ist nichts im Gegensatz zur bevorstehenden Freude, die man spürt, wenn man hierfür auch nur ein einziges Mal in das Paradies getaucht wird.

3

Durch den Glauben an den Jüngsten Tag erfährt man innere Ruhe, weil man weiß, dass jeder Mensch seinen Anteil erhalten wird: Wenn einem Menschen etwas von den Genüssen des diesseitigen Lebens entgangen ist, so soll er weder verzweifeln noch sich vor Trauer umbringen, sondern sich anstrengen und sein Bestes geben und die Gewissheit haben, dass Allah den Lohn derer, die gute Werke tun, nicht verlorengehen lässt. Wem Unrecht zugefügt oder wer um etwas betrogen wurde, und sei es nur im Gewicht eines Stäubchens, der wird am Tag der Auferstehung seinen Anteil erhalten. An dem Tag, an dem der Mensch am meisten auf Lohn angewiesen ist. Wie also kann jemand bedrückt und besorgt sein, wenn er weiß, dass er auf jeden Fall seinen Anteil bekommen wird, und zwar im wichtigsten und gefährlichsten Zeitpunkt?! Und wie kann jemand traurig sein, wenn er weiß, dass Derjenige, Der zwischen ihm und seinen Gegnern richten wird, Allah, der Weiseste aller Weisen ist?!



Der Glaube an die Vorherbestimmung



Was der Glaube an die Vorherbestimmung bedeutet:



Es bedeutet, fest davon überzeugt zu sein, dass das Gute und Schlechte nur durch Allahs Schicksal und Seine Vorherbestimmung geschehen. Und es bedeutet, dass Allah tut, was Er will. Nichts geschieht außer mit Seinem Willen. Nichts existiert, was außerhalb Allahs Willen bestünde. Es gibt nichts auf der Welt, was außerhalb Seiner Bestimmung besteht. Alle Geschehnisse sind unter der Leitung Allahs. Dennoch erteilte Allah Seinen Dienern Befehle und Verbote. Er erschuf sie mit einem freien Willen, sodass sie ihre Handlungen selbst wählen können und nicht dazu gezwungen sind. Vielmehr ergeben sich nur die Handlungen, die sie tun wollen und können. Doch Allah ist ihr Schöpfer und der Schöpfer ihres Könnens. Er leitet recht, wen Er will, durch Seine Barmherzigkeit und Er lässt in die Irre gehen, wen Er will, durch Seine Allweisheit. Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt.


Der Glaube an Allahs Vorherbestimmung ist eine der Säulen des Glaubens. Als der Engel Gabriel zum Propheten (Allahs Friede auf ihm) kam und ihn über den Glauben fragte, antwortete er: „Es ist, dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, mit ihrem Guten und ihrem Schlechten.“ (Muslim Hadith Nr. 8)



Was beinhaltet der Glaube an die Vorherbestimmung?


Der Glaube an die Vorherbestimmung beinhaltet folgende vier Angelegenheiten:

  • Es beinhaltet den Glauben, dass Allah, der Erhabene sowohl über die Gesamtheit jeder Sache als auch über ihre Details Bescheid weiß. Allah, der Erhabene wusste bereits über Seine gesamten Geschöpfe Bescheid, bevor Er sie überhaupt erschaffen hatte. Er kannte ihre Versorgung, ihre Lebensdauer, ihre gesprochenen Worte und ihre begangenen Taten. Er hatte Kenntnis über all ihre Bewegungen und Nichtbewegungen. Er kannte ihre innersten Geheimnisse und ihr Offenkundiges. Er wusste, wer von ihnen zu den Bewohnern des Paradieses und wer von ihnen zu den Bewohnern des Höllenfeuers gehören wird. Allah, der Erhabene sagte: Er ist Allah, außer Dem es keinen (anbetungswürdigen) Gott gibt, der Kenner des Verborgenen und des Offenbaren. (Sure 59 al-Ḥašr Vers 22)
  • Es beinhaltet den Glauben, dass Allah, der Erhabene bereits wusste, was alles geschehen wird und dies auf der wohlverwahrten Tafel niederschrieb. Der Beweis hierfür liefert der folgende Vers, in dem Allah, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, sagte: Es geschieht kein Unheil auf Erden oder an euch, das nicht in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es ins Dasein rufen. (Sure 57 al-Ḥadīd Vers 22)

    Und der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Allah schrieb nieder, was für die Schöpfung bestimmt war, fünfzigtausend Jahre bevor Er die Himmel und die Erde erschuf.“ (Muslim Hadith Nr. 2653)

  • Es bedeutet, daran zu glauben, dass Allahs Wille geschieht und von nichts und niemandem aufgehalten werden kann. Ebenfalls bedeutet es, zu verinnerlichen, dass sich nichts der Allmacht Allahs entziehen kann. Alles, was geschieht, geschieht nur mit Allahs Willen und Seiner Allmacht. Was Er will, das geschieht und was Er nicht will, das geschieht nicht. Allah, der Erhabene sagte: Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allah will, (Er), der Herr der Weltenbewohner. (Sure 81 at-Takwīr Vers 29)
  • Es beinhaltet, daran zu glauben, dass Allah, der Erhabene alles Existierende hat entstehen lassen, und dass Allah der einzige Schöpfer ist, der alles erschaffen hat, und dass alles außer Ihm ein geschaffenes Geschöpf ist, und dass Allah zu allem die Macht hat. Allah, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, sagte: Er (ist es), Der alles erschaffen und ihm dabei sein rechtes Maß gegeben hat. (Sure 25 al-Furqān Vers 2)

Es gibt nichts im Universum, was außerhalb der Bestimmung Allahs besteht.



Der Mensch besitzt Entscheidungsmöglichkeiten, eigene Fähigkeiten und einen freien Willen:



Der Glaube an die Vorherbestimmung widerspricht nicht der Tatsache, dass der Mensch eine freie Wahl in seinen Tätigkeiten hat und die Fähigkeit besitzt, diese selbstständig auszuführen. Es gibt viele Belege dafür, dass der Mensch Willensfreiheit und Handlungsfähigkeit besitzt, die sowohl im islamischen Recht als auch in der Realität vorzufinden sind.

Was die Beweise des islamischen Rechts betrifft, so sagte Allah, der Erhabene über den freien Willen: Das ist der wahrhaftig (eintreffende) Tag. Wer nun will, nimmt zu seinem Herrn eine Heimkehr. (Sure 78 an-Nabaʾ Vers 39)

Und Allah, der Erhabene sagte über die Fähigkeit, etwas zu leisten: Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat. (Sure 2 al-Baqara Vers 286) Mit „zu leisten vermag“ ist gemeint, dass der Mensch die Macht und die Fähigkeit besitzt, etwas zu vollbringen.

Was die Realität betrifft, so weiß jeder Mensch, dass er einen freien Willen und persönliche Fähigkeiten besitzt, nach denen er handelt oder aber es unterlässt. Der Mensch kann sehr wohl unterscheiden zwischen Dingen, die er willentlich tut, wie z.B. das Unternehmen eines Spaziergangs und Dingen, die er nicht willentlich tut, wie z.B. das unwillkürliche Zittern oder das plötzliche Stürzen auf den Boden. Allerdings geschehen der Wille und die Fähigkeit des Menschen nur durch den Willen Allahs und Seiner Allmacht. So sagte Allah, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er: … für jemanden von euch, der sich recht verhalten will. Und ihr könnt nicht wollen, außer dass Allah will, (Er), der Herr der Weltenbewohner. (Sure 81 at-Takwīr Vers 28-29)

Allah, der Erhabene hat in diesem Vers bestätigt, dass der Mensch seinen eigenen Willen besitzt. Darauf bestätigte Er, dass der Wille des Menschen dem Willen von Allah, dem Gepriesenen untergeordnet ist. Denn die Herrschaft über alles im Universum und alles Existierende gehört Allah. Deshalb kann nichts in Seiner Herrschaft ohne Sein Wissen und Seinen Willen geschehen.

> Wir haben ihn ja den (rechten) Weg geleitet, ob er nun dankbar oder undankbar sein mag. (Sure 76 al-Insān Vers 3)



Die Vorherbestimmung als Ausrede benutzen:



Bei den Aufgaben, die Allah den Menschen übertrug, sowie bei den Pflichten und Verboten sind zwei Faktoren des Menschen von entscheidender Bedeutung: seine Fähigkeit und seine Entscheidungsmöglichkeit. Folglich wird derjenige, der Gutes tut, dafür belohnt, weil er den Weg der Rechtleitung gewählt hat. Und derjenige, der Schlechtes tut, dafür bestraft, weil er den Weg der Irrleitung gewählt hat.

Allah, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, hat uns nur Aufgaben aufgetragen, die in unseren Kräften und Möglichkeiten liegen und die wir erfüllen können. Er akzeptiert von niemanden, dass er die Anbetung Allahs unterlässt und darauf die Vorherbestimmung als Ausrede für den unterlassenen Gottesdienst nennt.

Außerdem, ist es denn nicht so, dass der Mensch bevor er die Sünde begeht, überhaupt nicht weiß, was Allah, der Erhabene bereits wusste und vorherbestimmte? Allah, der Erhabene gab dem Menschen die Fähigkeit, sich frei zu entscheiden. Er zeigte ihm den Weg zum Guten und zum Schlechten. Wenn sich nun der Mensch widersetzt und sündigt, so hat allein er die Sünde gewählt und sie über den Gehorsam bevorzugt. Deshalb muss er die Konsequenz für die begangene Sünde tragen.

> Wenn jemand dich überfällt, dir dein Hab und Gut entwendet und dir Schaden zufügt, und danach das damit begründet, dass diese Tat Schicksal war, das ihm vorherbestimmt wurde. Dann würdest du sicherlich nicht seine schwachsinnige Ausrede akzeptieren, sondern würdest ihn bestrafen und dein Recht einfordern wollen, weil dieser Verbrecher sich zu dieser Tat entschieden und sie mit Wissen und Willen ausgeführt hat …


Durch den Glauben an die Vorherbestimmung erzielt man folgenden großen Gewinn:


Der Glaube an die Vorherbestimmung bringt viele Vorteile mit sich, von denen der Mensch in seinem Leben profitieren kann. Dazu gehören:

1

Die Vorherbestimmung ist eine der größten treibenden Kräfte, die den Menschen zu mehr Handlung, Aktivität und Leistung bewegt, wodurch sie in diesem Leben das Wohlgefallen Allahs erreichen können.

Den Gläubigen wurde befohlen, all ihre zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen und gleichzeitig auf Allah, den Erhabenen zu vertrauen und dabei fest davon überzeugt zu sein, dass die Mittel nicht zum Ergebnis führen werden, außer mit Allahs Erlaubnis. Denn Allah ist Derjenige, Der sowohl die Mittel als auch die Ergebnisse erschaffen hat.

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Sei auf das bedacht, was dir nützt! Suche Hilfe bei Allah und sei nicht nachlässig darin, nach dem Nutzen zu trachten! Wenn dir etwas geschieht, sag nicht: „Hätte ich (bloß) so und so gehandelt, dann wäre dies und jenes geschehen, sondern sag: „Allah hat es bestimmt und Er macht, was Er will.“ Denn (das Wort) „Hätte“ und „Wäre“ öffnen dem Satan den Weg zur Arbeit (des Einflüsterns).“ (Muslim Hadith Nr. 2664)

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Der Mensch erkennt hierdurch sich selbst und schätzt sich besser ein. Er benimmt sich nicht hochmütig oder arrogant, weil er weder seine Vorherbestimmung noch seine Zukunft kennt. Somit gesteht der Mensch ein, dass er schwach ist und dass er seinen erhabenen Herrn, Allah immer braucht.

Es ist so, dass der Mensch oft, wenn ihm etwas Gutes widerfährt, übermütig auftritt und sich davon täuschen lässt. Und wenn ihm etwas Schlechtes widerfährt oder ein Unheil trifft, ist er voller Sorge und Trauer. Nichts schützt den Menschen vor Übermut und Übertretung, sobald ihm Gutes zustößt, und nichts verhindert seine verzweifelte Trauer, sobald ihm Schlimmes zustößt, außer der Glaube an die Vorherbestimmung und die Erkenntnis, dass alles, was passiert, Schicksal ist und dass Allah, der Erhabene bereits wusste, was alles geschehen wird.

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Durch den Glauben an die Vorherbestimmung kann man die widerwärtige menschliche Eigenschaft „Neid“ loswerden. Ein Gläubiger darf nicht auf andere Menschen neidisch sein, nur weil sie etwas haben, das ihnen Allah von Seiner Huld gegeben hat. Denn Derjenige, Der sie damit versorgte und für sie bestimmte, war Allah, der Erhabene. Der Gläubige weiß, dass er durch den Neid zwangsläufig ausdrückt, dass er gegen Allahs Vorherbestimmung und Sein Schicksal Einwände hat.

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Der Glaube an die Vorherbestimmung stärkt das Herz und ermutigt den Menschen, sich schwierigen Herausforderungen zu stellen. Außerdem stärkt er den Willen und die Entschlossenheit, weil man hierdurch zu der Überzeugung gelangt, dass die Lebenszeit und die Versorgung bereits vorbestimmt sind, und dass dem Menschen nur das treffen wird, was Allah für ihn bestimmt hat.

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Der Glaube an die Vorherbestimmung verankert in der Seele des Gläubigen die vielfältigen Wahrheiten des Glaubens. So ist der Gläubige jemand, der sich immer an Allah wendet und Ihn um Hilfe bittet. Er verlässt sich auf Allah, vertraut auf Allah und setzt gleichzeitig all seine zur Verfügung stehenden Mittel ein. Außerdem gesteht er immer wieder ein, dass er Allah braucht und auf Ihn angewiesen ist. Deshalb fleht der Muslim Allah an, ihm zu helfen, standfest zu bleiben.

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Der Glaube an die Vorherbestimmung bringt innere Seelenruhe. Der Gläubige weiß, dass das, was ihn getroffen hat, ihn nicht verfehlen sollte, und das, was ihn verfehlt hat, ihn nicht hat treffen sollen.